Donnerstag, 10. Dezember 2015

1,9 Millionen Arbeitnehmer haben psychische Probleme

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Jeder 20. Beschäftigte war 2015 in Deutschland krankgeschrieben – und zwar aufgrund psychischer Leiden. Der DAK-Psychoreport 2015 legt offen, dass sich seit 1997 die Zahl der Fehltage wegen Depressionen oder Anpassungsstörungen verdreifacht hat.

Bundesweit lagen seelische Erkrankungen 2014 erstmals auf dem zweiten Platz der häufigsten Krankheitsarten. Grund ist oft auch der offene Umgang von Ärzten und Patienten mit dem Thema. 2014 gab es 112 Fehltage je 100 Versicherte wegen Depressionen und 42 Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Anpassungsstörungen. Weniger relevant ist die Diagnose Burnout – aus diesem Grund ließen sich Arbeitnehmer durchschnittlich nur 5,2 Tage krankschreiben. „Burnout ist mittlerweile eher zur Beschreibung eines Risikozustands geworden“, sagt Dr. Hans-Peter Unger, Chefarzt am Zentrum für seelische Gesundheit der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg. „Von chronischem Stress verursachte psychische Krankheiten werden heute als Anpassungsstörungen oder Depressionen erkannt.“

Beinahe doppelt so häufig wie Männer sind Frauen betroffen. Aber auch bei Männern erhöhten sich Ausfallzeiten aufgrund psychischer Leiden. Da sich die Erkrankungen bei Männern oft anders äußern als bei Frauen, werden sie oft nicht richtig erkannt, warnt Unger.
Im Bundesländervergleich fällt auf, dass psychische Erkrankungen im Saarland mit 306 Fehltagen je 100 Versicherte deutlich häufiger vorkommen als bspw. in Bayern (193). Auch in Baden-Württemberg ist die Zahl im Vergleich geringer. In Großstädten wie Berlin oder Hamburg liegen die Zahlen mit 292 und 298 deutlich höher.