Montag, 14. Mai 2018

Ältere Arbeitslose finden schwer neue Beschäftigung

Quelle: pixabay.com

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) macht es deutlich: Ältere Arbeitslose haben es schwer, wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu kommen. Doch woran liegt das? Der fortschreitende demografische Wandel und der Fachkräftemangel sorgen dafür, dass insbesondere die Arbeitsmarktsituation älterer Erwerbspersonen wieder stärker in den Fokus rückt. So waren im Jahresdurchschnitt 2016 in ganz Deutschland gut 550.000 Personen im Alter von über 54 Jahren arbeitslos gemeldet.

Die Studie des IAB beschäftigt sich mit älteren Arbeitssuchenden, die unmittelbar vor dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit mindestens zwei Jahre durchgehend in Arbeit waren. Sie können aufgrund ihrer vorherigen Beschäftigungsdauer durchaus als arbeitsnah bezeichnet werden. Allerdings haben nur 80 % der 47- bis 49-Jährigen nach zwei Jahren teilweise wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen können. Von den 55- bis 57-Jährigen waren es rund 60 % und von den 58- bis 60-Jährigen nur noch rund 35 %. Bei den 61- und 62-Jährigen sind es weniger als 15 %. Neben der Datenerhebung wurde in der Studie insbesondere auf die Ursachenforschung Wert gelegt.  Man befragte 61 Vermittlungsfachkräfte der Arbeitsagenturen in Experteninterviews. Sie sehen gesundheitliche Einschränkungen, zu geringe oder auch veraltete EDV-Kenntnisse sowie Vorbehalte von Arbeitgebern als Hauptgründe für die Schwierigkeiten bei der Jobsuche.

Abhilfe ließe sich nach Meinung der befragten Experten z. B. durch die Möglichkeit einer intensiveren Betreuung, spezielle Beratungs- und Förderangebote für Ältere sowie auch mehr Marketingkampagnen und Messen mit dem Schwerpunkt auf ältere Arbeitnehmer schaffen. So würden auch die potenziellen Arbeitgeber mit ins Boot geholt. Empfohlen wird außerdem, mehr finanzielle Anreize durch Förderinstrumente speziell für Ältere zu schaffen. Momentan stehen den Vermittlungsfachkräften nur vereinzelt Angebote speziell für ältere Arbeitslose zur Verfügung. Die wenigen Job-Offerten sollten besser publik gemacht werden. Ein Experiment aus dem Jahr 2011 zeigte etwa, dass bereits der Versand einer Informationsbroschüre an die potenziell Förderberechtigten den Bekanntheitsgrad und auch die Inanspruchnahme des Angebotes erhöhen kann. Bei den 55- bis 59-Jährigen stieg dadurch sogar die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 23 %. Von ihnen waren 27 % ein gutes Jahr später wieder in Arbeit. Im Vergleich dazu: In einer Kontrollgruppe, welche die Broschüre nicht erhalten hatte, waren es nur 22 %.

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