Arbeitnehmer sind für flexible Arbeitszeiten
Flexible Arbeitszeiten stehen weit oben auf der Wunschliste der Mitarbeiter.
Nach einer Studie der Personalmanagement-Beratung Hewitt hätten sich 79 % der Frauen und 68 % der Männer dafür ausgesprochen. Der Hauptgrund ist nicht neu: Noch immer kämpften viele Beschäftigte damit, Familie, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Doch die Arbeitgeber haben den Wunsch vernommen. Drei Viertel der befragten HR-Verantwortlichen und 46 % der Führungskräfte hätten angegeben, das sie flexible Arbeitsbedingungen für ein erfolgskritisches Unternehmensinstrument halten. Das sieht auch Charles Donkor, Hewitt Associates, so: „Das Angebot einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung ist eine klassische Win-Win-Situation, mit der Arbeitgeber ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und Arbeitnehmer Zeitsouveränität gewinnen, was sich deutlich auf deren Leistungsbereitschaft auswirkt.“
Doch was genau bewegt Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen zu flexibilisieren? Laut Befragung glauben 77 %, sie könnten Mitarbeiter dadurch bewegen, länger im Unternehmen zu bleiben. 58 % gingen davon aus, die Motivation ihrer Beschäftigten zu erhöhen. 53 % sähen Vorteile bei der Rekrutierung. Nach einer anderen Hewitt-Studie liegen sie mit diesen Annahmen nicht ganz falsch. Danach hätten zwei Drittel der befragten Mitarbeiter angegeben, dass flexible Arbeitszeiten ihre Einsatzbereitschaft steigern. 64 % fühlten sich dadurch ihrem Arbeitgeber stärker verbunden. Bei 49 % wirke sich die angebotene Flexibilität positiv auf die Auswahl ihres Arbeitgebers aus. „Wir empfehlen Unternehmen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um sich im Wettbewerb um die Talente authentisch als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren“, sagt daher Donkor.
Dennoch hätten die Arbeitgeber Bedenken geäußert, dem Flexibilisierungsgedanken Taten folgen zu lassen. 61 % seien besorgt, dass sich dadurch das Arbeitsvolumen der Mitarbeiter reduziert. 37 % befürchteten ein Defizit an Führung. 31 % sähen die Gefahr, dass sich die Haltung der Mitarbeiter negativ verändert. Dem widerspricht Donkor: „Flexible Arbeitszeiten ermöglichen ein aufeinander abgestimmtes Berufs- und Privatleben, ohne dass Arbeitgeber einen Abfall der generellen Leistungskapazitäten zu befürchten haben: Es geht schließlich nicht darum, weniger zu arbeiten, sondern die Arbeit zeitgemäß und individuell zu organisieren.“
Probleme gebe es auch bereits bei der Information der Beschäftigten. So teilten 26 % der Unternehmen ihre Angebote den Mitarbeitern gar nicht gezielt mit. Nur 31 % gingen von einer ausreichenden Kenntnis aus. „Die HR-und Kommunikationsbereiche sollten gemeinsam sicherstellen, dass die Programme transparent und für Mitarbeiter aller Hierarchieebenen verständlich kommuniziert werden – nur so können Effekte und Erfolge erzielt werden“, sagt Donkor.



