Dienstag, 21. Juni 2016

Arbeitsunfähigkeit kommt Unternehmen teuer zu stehen

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2014 fielen durch Arbeitsunfähigkeit 1,5 Millionen Erwerbsjahre aus. Das ergibt eine ausgefallene Produktion von 57 Milliarden Euro, fand die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) in ihrer Ausgabe 2016 der „Arbeitswelt im Wandel“ heraus.

Ausgewertet wurden Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 30 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Die ermittelten Krankheitstage bedeuten rund 90 Milliarden Euro Verlust an Bruttowertschöpfung. Im Durchschnitt aller Branchen waren die GKV-Mitglieder 2014 je Fall 12 Tage krank gemeldet. Die meisten Fehltage pro Arbeitnehmer gab es im produzierenden und im Baugewerbe sowie bei öffentlichen und privaten Dienstleistern. Nach Arbeitsunfähigkeitstagen pro Fall führen Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei die Statistik mit 15 Tagen an.
In den Branchen Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister schlug jeder Tag Arbeitsunfähigkeit mit einem Ausfall von 259 Euro Bruttowertschöpfung zu Buche, im produzierenden Gewerbe waren es 217 Euro.
Mit 13,2 Milliarden Euro Produktionsausfall und 20,8 Milliarden Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung machen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems die größte Erkrankungsgruppe aus. Wegen psychischer Leiden und Verhaltensstörungen entfielen 13,1 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung weg und es entstanden 8,3 Milliarden Euro Produktionsausfall.

Gründe sind meist Muskel-Skelett-Erkrankungen, Psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten sowie Verletzungen, Vergiftungen und Unfälle. Am häufigsten erkranken junge Menschen, allerdings sind die Ausfallzeiten bei ihnen kürzer. Bei den Arbeitnehmern bis 24 Jahre sind Arbeitsunfähigkeitsfälle häufiger – gerechnet auf 100 GKV-Mitglieder – als bei den 50- bis 65-Jährigen. Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Fehltage pro Krankmeldung: bei Beschäftigten unter 20 sind es fünf Tage; die 55- bis 60-Jährigen sind rund 18 Tage arbeitsunfähig.