Mittwoch, 7. November 2012

Arbeitszeugnisse oft ohne Aussagekraft

© Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Arbeitszeugnisse gehören zum Personaleralltag dazu. Doch welchen Stellenwert haben sie für die Praxis? Die personal total AG fand heraus, dass Arbeitszeugnisse oft selbst geschrieben sind und häufig zu positiv ausfallen.

Demnach gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem immer noch hohen Stellenwert von qualifizierten Arbeitszeugnissen bei der Bewerberauswahl und ihrem tatsächlichen Informationsgehalt. 87 % der Befragten sind der Meinung, dass eine Bewerbung ohne qualifiziertes Arbeitszeugnis unvollständig ist. Rund drei Viertel lehnen Bewerbungen häufig oder zumindest gelegentlich aufgrund der vorgelegten Zeugnisse ab. Gleichzeitig haben aber mehr als zwei Drittel der Personaler schon selbst eine eigentlich zu positive Beurteilung ausgestellt, um mögliche Auseinandersetzungen mit dem Arbeitnehmer zu vermeiden.

Weit verbreitet ist auch die Praxis, das Arbeitszeugnis durch den Mitarbeiter selbst schreiben zu lassen: Über 80 % der Personalverantwortlichen gaben an, dass sie einige oder sogar zahlreiche solche Fälle kennen. Die schriftliche Beurteilung entspricht damit häufig nicht mehr der tatsächlichen Leistung und dem Engagement des Mitarbeiters. Daher kann das qualifizierte Arbeitszeugnis zukünftigen Arbeitgebern kaum noch Anhaltspunkte für eine realistische Einschätzung bieten. Viele Personaler sind deshalb unsicher bei der Zeugnisbewertung.