Montag, 10. Oktober 2011

Beschäftigungssituation Älterer hat sich verbessert

© PIXELIO/Michael Groß

Der Gedanke, ältere Arbeitnehmer gehören in den Lehnstuhl statt an die Werkbank, spukt nach wie vor durch viele Arbeitgeberköpfe und erschwert arbeitswilligen Senioren die Jobsuche. Dennoch hat sich unter dem Strich die Beschäftigungssituation Älterer in den vergangenen Jahren verbessert. 

Das ergibt sich aus einer aktuellen Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vorgelegt hat. Es gelte zwar nach wie vor: Je älter Arbeitslose sind, desto geringer ihre Chancen, eine Beschäftigung zu finden. Dennoch habe sich der Anteil älterer Frauen, die einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen, deutlich erhöht. Er sei bei den 55- bis 64-Jährigen zwischen 1998 und 2010 um gut acht Prozentpunkte auf 45 % gestiegen. Die wachsende Zahl älterer Beschäftigter resultiere aber auch daher, dass mittlerweile die geburtenstarken Jahrgänge mehr und mehr zu den Älteren zählten. Dennoch seien sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bei Älteren heute stabiler als noch vor einigen Jahren.

 

Allerdings könne man keine Entwarnung geben, sondern die Situation der Älteren am Arbeitsmarkt bleibe angespannt. „Deutliche Probleme zeigen sich, wenn man die Übergänge aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt betrachtet“, stellten die IAB-Forscher Ulrich Walwei und Martin Dietz klar. So hätten im Jahr 2010 nur 3,9 % der 50- bis 64-Jährigen pro Monat den Übergang aus der Arbeitslosigkeit in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geschafft. Dagegen sei dies 7,2 % der 25- bis 49-Jährigen gelungen – eine deutlich bessere Quote. Betrachtet man nur die Langzeitarbeitsloser über 50 Jahren, so stellten sie 41 % der Arbeitslosen, während alle Langzeitarbeitslosen zusammen nur auf einen Anteil von 18 % kämen. Entscheidend sei aber auch die Qualifikation: Während bei den 50- bis 59-jährigen Akademikern die Beschäftigungskurve kaum abfalle, hätten geringer Qualifizierte im Alter deutlich geringere Chancen.