Mittwoch, 19. November 2014

Bundestag verabschiedet ElterngeldPlus

(c) Lisa Schwarz / pixelio.de

Am 7.11.2014 verabschiedete der deutsche Bundestag das Gesetz zum ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und flexibler Elternzeit. Man will so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Zwar tritt das Gesetz am 1.1.2015 in Kraft, die Neuregelungen kommen aber Eltern erst dann zu Gute, wenn ihre Kinder ab 1.7.2015 geboren werden.

Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Änderungen:

  • Arbeiten beide Elternteile mindestens vier Monate 25 bis 30 Stunden pro Woche parallel, erhalten sie das ElterngeldPlus für weitere vier Monate zusätzlich. Es handelt sich um den  sog. Partnerschaftsbonus.
  • Teilzeitarbeit erhöht die Bezugsdauer staatlicher Leistungen. Ein Elterngeldmonat wird so zu zwei ElterngeldPlus-Monaten.
  • Alle Varianten (Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus) können miteinander kombiniert werden.
  • Die Elternzeit wird flexibler. Zukünftig können Eltern 24 statt wie bisher 12 Monate Auszeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes nehmen.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig sieht in dem Gesetz einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer Familienarbeitszeit: „Mit dem ElterngeldPlus und einer flexibleren Elternzeit ermöglichen wir es mehr Frauen und Männern, ihre Anforderungen in der Familie und im Beruf partnerschaftlich aufzuteilen.“ Das, so Schwesig weiter, sei der Wunsch vieler Eltern.

Kritik kommt hingegen von Seiten der Arbeitgeber, die zwar die bessere Unterstützung von Eltern, die nicht vollständig aus dem Beruf aussteigen wollen, sondern weiter in Teilzeit tätig bleiben, begrüßen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) lehnt aber die Möglichkeit ab, dass die maximal dreijährige Elternzeit in Zukunft in bis zu drei Teile aufgeteilt werden kann. Betriebe, insbesondere KMU, müssten so bis zu dreimal Ersatz für die ausfallenden Kollegen suchen. Diese Belastung gehe über das hinaus, was der Koalitionsvertrag vorsehe.