Mittwoch, 22. August 2012

Der Chef als Karriere-Coach

© Gerd Altmann/pixelio.de

„Ist Ihr Chef ein guter Karriere-Coach?“ „Nöö“, sagt fast die Hälfte der Beschäftigten. Blöd nur, dass genau hierauf fast alle Arbeitnehmer großen Wert legen.

So ist es für 88 % der Mitarbeiter wichtig, einen Vorgesetzten zu haben, der auch ein guter Karriere-Coach ist. Allerdings suchen 42 % diese Fähigkeit bei ihrem Boss vergeblich. Dies ist das deutsche Ergebnis im Rahmen einer internationalen Studie des Personaldienstleisters Robert Half unter 6.000 Büroangestellten. Danach herrscht bei einem Drittel der Beschäftigten Tabula rasa, was die Karriereplanung in der eigenen Abteilung angeht. 28 % kommen zumindest einmal jährlich in den Genuss eines Chef-Coachings.

Dabei verschenken Arbeitgeber wertvolles Potenzial: Denn so ein Karriere-Coaching würde bei ihnen durchaus Arbeitsleistung, Produktivität und Motivation erhöhen, glauben drei Viertel der Beschäftigten. „Ein professionelles Karriere-Coaching ist ein gutes Mittel, um Mitarbeiter lange und eng an die eigene Firma zu binden und zugleich die Produktivität des Unternehmens zu verbessern“, meint auch Sladjan Petkovic, Director bei Robert Half International.

Doch was zeichnet einen erfolgreichen „Chef-Coach“ aus? Wichtig sind nach Ansicht der Befragten vor allem gegenseitiges Vertrauen und Respekt. Auch ausreichend Wissen und Expertise sollte er mitbringen. Und eine positive Einstellung schadet ebenfalls nicht. Aber nicht alle Mitarbeiter sind beim gleichen Chef gut aufgehoben. Vielmehr lassen sich vier Coach-Typen unterscheiden:

Der Entscheider-Coach ist willensstark und verfügt über ein ausgeprägtes kaufmännisches Denken. Führen liegt ihm im Blut. Er will stets der Beste sein. Daher verfolgt er für sich – und seine Mitarbeiter – hohe Ziele.

Der kollaborative Coach kann gut zuhören und setzt sich stets für sein Team ein. Er versteht es, dessen Dynamik optimal zu nutzen. Als Chef investiert er viel Zeit und Energie, um seine Mitarbeiter zu entwickeln.

Der Überzeuger-Coach sprüht vor Kreativität und Ideen. Er ermutigt sein Team, außerhalb starrer Grenzen zu denken, auch was die Karriereplanung angeht.

Der diagnostische Coach führt mit klarer Struktur und legt Wert darauf, dass die Prozesse funktionieren. Er unterstützt seine Mitarbeiter dabei, individuelle Stärken zu entwickeln.

Doch für alle Chefs gilt, sich bewusst zu machen,
> dass Coaching ein fester Bestandteil ihres Aufgabenbereichs ist,
> sie ihr Verhalten den individuellen Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter anpassen müssen – und nicht umgekehrt,
> sie vorleben sollten, was sie ihren Beschäftigten raten, und
> der Austausch mit dem eigenen Vorgesetzten und der Personalabteilung hilfreich ist.