Dienstag, 14. Januar 2014

Die „Teilzeit-Regierung“

(c) Lothar Wandtner/ pixelio.de

Die Große Koalition hat im Koalitionsvertrag umfangreiche Neuerungen für den Arbeitsmarkt angekündigt. Nun kommen aus drei Ministerien erste Signale, die Teilzeit einschneidend reformieren zu wollen.
 
Bundesarbeitsministerin Nahles will „Vollzeit neu definieren“. Nun gibt es erste Überlegungen, Arbeitnehmern, die wegen Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen in Teilzeit arbeiten – falls gewünscht – die Rückkehr zur Vollzeit zu ermöglichen. Es soll also ein Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit geschaffen werden (Rückkehrrecht). Die Wirtschaft hat hiergegen massive Bedenken.
Die Einführung einer z. T. steuerfinanzierten 32-Stunden-Woche für Eltern schwebt Familienministerin Schwesig (vorerst nur als „Vision“) vor, obwohl sowohl Teilzeitbeschäftigung als auch flexible Arbeitszeitmodelle in der Wirtschaft bereits weit verbreitet sind. Laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) dürften neue gesetzliche Regelungen das freiwillige Engagement der Betriebe zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zurückdrängen und zudem viele Unternehmen organisatorisch überfordern.

Daneben hat es sich Verteidigungsministerin von der Leyen zum Ziel gesetzt, die Bundeswehr zu einem familienfreundlichen Arbeitgeber umzubauen. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Vereinbarkeit von Dienst und Familie. Soldaten sollen sowohl Teilzeit als auch Elternzeit ganz selbstverständlich nutzen können. Zudem plant sie den Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen, um Flexibilität zu ermöglichen.