Donnerstag, 10. März 2016

Digitale Transformation: Horrorszenario oder gute Perspektive?

Source: pixabay.com

Fühlen die deutschen Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz von der Digitalisierung bedroht? In der Studie „Digitale Arbeitswelt: Chance oder Jobkiller?“ der Unternehmensberatung EY antworteten über 1.000 befragte Mitarbeiter mit einem klaren Nein. Nur 11 % der Befragten aus Unternehmen aller Größenordnungen sehen ihren Job gefährdet. 48 % gehen sogar davon aus, dass ihnen digitale Arbeitsprozesse zusätzliche Chancen bieten.

Firmen sollten diese positive Grundhaltung nutzen, um ihre Belegschaft frühzeitig auf die konkreten Auswirkungen der Digitalisierung vorzubereiten. Denn dass in den Unternehmen gravierende Umwälzungen stattfinden werden, steht für die HR-Experten von EY außer Frage. Der Großteil der Beschäftigten sieht das genauso: 85 % der Befragten gaben an, die Digitalisierung habe heute einen unmittelbaren Einfluss auf ihren Arbeitsplatz. Aber lediglich ein knappes Viertel kann den Begriff Industrie 4.0 vollständig erklären. 33 % wissen ungefähr, um was es geht. Besonders unbedarft zeigten sich bei der Frage nach diesem Schlagwort die Arbeitnehmer kleiner Unternehmen sowie die Hierarchiestufe der Personen ohne Leitungsfunktion. Das Thema Digitalisierung scheint damit in erster Linie in den Führungsetagen angekommen zu sein.

Eine weitere Kluft tut sich zwischen jüngeren und älteren Arbeitnehmern auf: Während fast zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen aufgrund der Digitalisierung zusätzliche Chancen für sich erkennen, glauben dies nur 38 % der 50- bis 59-Jährigen. Nahezu jeder zweite junge Befragte erwartet eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie bessere Arbeitsergebnisse. Um Fehlentwicklungen gegenzusteuern, sind laut EY breit angelegte Change- und Weiterbildungsprogramme unabdingbar. Diese sollten die gesamte Belegschaft erreichen und aktiv in den Wandel einbeziehen. Laut Studie besteht jedoch gerade in diesem Punkt erheblicher Nachholbedarf: 41 % der befragten Mitarbeiter gaben an, dass es in ihrem Unternehmen keine Weiterbildungsangebote zum Thema gibt.