Mittwoch, 4. Dezember 2013

Entlohnen kleine Unternehmen ungerecht?

(c) R K by Konstantin Gastmann / pixelio.de

Dass Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen umso geringer ausfallen, je größer das Unternehmen ist, belegen neue Zahlen des Vergütungsportals Compensation-Online.

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts beträgt die „nationale Entgeltlücke“ 22 %. Dieser Abstand ergibt sich aus einem einfachen Vergleich der Durchschnittsgehälter beider Geschlechter. Aus dem Projektauftrag „Logib-D“ für das Bundesfamilienministerium ergibt sich ein Entgeltunterschied von 4,5 %.  Ursache für die abweichenden Ergebnisse ist die veränderte Datengrundlage. Zudem kam man zu dem Ergebnis, dass die bereinigte Lohnlücke umso kleiner ausfällt, je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen beschäftigt. Als Ursache dafür wird vor allem angeführt, dass in kleineren und kleinsten Unternehmen eine hohe Professionalität der HR-Arbeit nicht notwendig ist und demzufolge auch nicht gefordert wird. Auch sind die HR-Strategien und die Vergütungssysteme unstrukturierter als in den größeren Unternehmen. Das hat zur Folge, dass die Gehaltsfindung und die gezahlte Vergütung stärkeren Schwankungen unterliegen. Diese gehen vermehrt zulasten der Frauen.

Die Große Koalition hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, die Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen auszugleichen. Unter dem Stichwort „Entgeltgleichheit“ im Koalitionsvertrag will sie gemeinsam mit den Tarifpartnern die Bewertung von Arbeit, Berufsfeldern, Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen voranbringen. Um mehr Transparenz herzustellen, sollen Unternehmen aufgefordert werden, erwiesene Entgeltdiskriminierung zu beseitigen.