Mittwoch, 25. Januar 2012

Es lebe die Mitarbeiterbindung – bloß wie?

© PIXELIO/erd Altmann

Mitarbeiterbindung wird in Zeiten des Fachkräftemangels großgeschrieben. Und wer könnte besser wissen, was die Beschäftigten bei ihrem Arbeitgeber hält, als diese selbst? Es ist also an der Zeit, einmal nachzufragen.
 

Genau das hat Rundstedt HR Partners zusammen mit der BPI Group unter 6.800 Arbeitnehmern in elf Ländern (Deutschland, Belgien, England, Frankreich, Italien, Kanada, Polen, Rumänien, Russland, Spanien, USA) getan. Bei der repräsentativen Studie hätten die Teilnehmer einem fairen und respektvollen Umgang miteinander die höchste Priorität mit 7,8 von 10 möglichen Punkten eingeräumt. Sehr wichtig sei ihnen darüber hinaus Unterstützung in schwierigen Situationen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit (7,6 und 7,4 von 10). Als nicht so entscheidend hätten die Befragten dagegen die Kommunikation ihrer Vorgesetzten zu Unternehmensstrategien und Unternehmenswerten angesehen (beides 6,8 von 10).

Doch wer jetzt glaubt, der Chef spiele keine Rolle, irrt. Denn 77 % der deutschen Arbeitnehmer hätten ihrem Boss einen starken bis sehr starken Einfluss auf ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen attestiert. Gerade einmal 23 % könnten hier keinen oder nur einen geringen Zusammenhang erkennen. Damit nehme Deutschland im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein, was die Bedeutung des Vorgesetzten für die Treue der Mitarbeiter anbelangt. Ein ähnlich hohes Gewicht werde dem Chef nur noch in den USA (78 %) und in Italien (79 %) beigemessen. Bei den spanischen oder polnischen Befragten hätten dagegen nur 62 bzw. 58 % ihrem Vorgesetzten einen starken Einfluss auf ihr Engagement zugeschrieben.
Sophia von Rundstedt rät daher Unternehmen: „Die Kommunikation zu Unternehmensstrategien und -werten ist wichtig, damit Mitarbeiter einen direkten Bezug zu ihrem Arbeitsalltag herstellen können. Ausreichend allein ist dies jedoch nicht. Einen besonderen Fokus sollten Unternehmen, die ihre Fluktuation gering halten wollen, deshalb auf die Kommunikation und das Verhalten ihrer Führungskräfte legen. Denn hier entscheidet sich, ob Mitarbeiter gehen oder bleiben.“