Dienstag, 20. November 2012

Fachkräftebedarf im mittleren Qualifikationsbereich

©Gerd Altmann AllSilhouettes.com/ pixelio.de

Nicht nur bei den Hochqualifizierten, sondern auch bei mittleren Qualifikationen drohen langfristig Engpässe. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Grund ist neben der demografischen Entwicklung die Bildungsexpansion mit einem Trend zu mehr akademischen Abschlüssen. Die Beschäftigungschancen werden sich aber auch zukünftig je nach Bereich deutlich unterscheiden. So kommt es z. B. im Bereich Verkehr, Lager und Transport sowie bei Sicherheits- und Wachberufen insgesamt auch langfristig kaum zu größeren Engpässen. Eine Berufsausbildung bspw. in der Gesundheits- und Sozialbranche eröffnet daher auch auf längere Sicht sehr gute Beschäftigungschancen.

In einigen Bereichen, in denen der Arbeitskräftebedarf deutlich steigen wird, können Ausgleichsprozesse längerfristige Engpässe verhindern. Bei vielen Tätigkeiten im Bereich Gastronomie oder im Reinigungsgewerbe handelt es sich um einen „Jedermann-Arbeitsmarkt“. Gibt es hier Arbeitskräfteengpässe, kommen auch Bewerber ohne entsprechende Berufsausbildung in Frage.

Eine höhere Zuwanderung allein kann laut Studie den Rückgang beim Arbeitskräfteangebot jedoch nicht stoppen, sondern allenfalls verzögern. Anpassungsreaktionen der Unternehmen, sich wandelnde Ausbildungs-und Berufsoptionen der Jugendlichen und politische Interventionen können die Situation am künftigen Arbeitsmarkt aber entschärfen.