Montag, 4. März 2013

Fachkräftemangel: Die Suche geht weiter

© Gerd Altmann/ AllSilhouettes.com/ pixelio.de

Fast jedes dritte Unternehmen sucht … und sucht … und sucht … bis es einen neuen Mitarbeiter für eine Stelle findet – oder auch nicht.

So steht es im aktuellen Arbeitsmarktreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Danach bleiben Arbeitsplätze zwei Monate oder länger vakant, bis sich ein neuer Inhaber findet. Und manchmal lassen sie sich überhaupt nicht besetzen. Am größten ist das Problem bei den technischen Berufen sowie den IT-, Gesundheits- und Sozialdienstleistern. Doch auch der Gastronomie fehlt es an geeigneten Bewerbern.

Der Blick in die Zukunft verheißt ebenfalls nicht Gutes: Es wird eher schlechter als besser, denn bis zum Jahr 2025 sinkt das Erwerbspersonenpotenzial um rund sechs Millionen Menschen. Der Rückgang ließ sich zwar bisher durch zunehmende Erwerbstätigkeit sowie größere Zuwanderung weitgehend ausgleichen. Doch sind dies keine festen Größen, auf die man bauen kann.

Mittlerweile mangelt es nicht mehr nur an Akademikern, sondern auch an Mitarbeitern mit Berufsausbildung. Das gilt besonders für den Handel und das Gastgewerbe, allen voran in Ostdeutschland. Jedes zweite Unternehmen sucht hier erfolglos. Kein Wunder, hat sich doch die Zahl der Schulabgänger in den letzten zehn Jahren halbiert.

Die größte Lücke hinterlassen in jedem zweiten Betrieb Mitarbeiter, die altersbedingt ausscheiden. Daher trifft der Fachkräftemangel Branchen mit älteren Belegschaften, wie die Industrie, deutlich stärker als z. B. IT-Dienstleister mit einem geringeren Altersdurchschnitt. Problematisch ist außerdem, dass der betriebliche Alltag heute eine höhere Qualifikation von vielen Beschäftigten erfordert.

In der Konsequenz befürchtet mehr als jedes dritte Unternehmen Wachstums- und Innovationsstillstand. Das gilt vor allem für technische Branchen, wie den Maschinenbau. Und gerade für Firmen im internationalen Wettbewerb bedeutet Stillstand oftmals Rückschritt. Wo es am „Rohstoff Wissen“ fehlt, kann es durchaus zu Standortschließungen kommen, warnt der DIHK.

Aber es gibt auch ermutigende Signale: Immer mehr Frauen und Ältere sind erwerbstätig. Dennoch sieht der DIHK nach wie vor Handlungsbedarf. Es sei wichtig, das MINT-Interesse von Mädchen bereits frühzeitig durch Kooperationen zwischen Betrieben und Schulen zu wecken. Auch der Ausbau dualer Studiengänge könne dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Zudem gelte es, ausländischen Fachkräften mit einer Berufsausbildung die Zuwanderung zu erleichtern. Einen entsprechenden Entwurf hat das Kabinett bereits gebilligt.