Freitag, 22. Februar 2013

Fachkräftemangel nimmt zu

© Benjamin Thorn/pixelio.de

Das „Hirngespinst“ wächst: Während die einen noch damit beschäftigt sind, den Fachkräftemangel zu leugnen, klagen die anderen bereits über seinen deutlichen Anstieg.

Letzteres ergibt sich aus der TNS Infratest-Studie „Weiterbildungstrends in Deutschland“ der letzten drei Jahre. Befragt wurden im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) ca. 300 Personalverantwortliche. Von denen gaben jeweils 55 % in den vergangenen zwei Jahren an, ihr Unternehmen sei „moderat bis sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen“. Dieses Jahr meinten das dagegen plötzlich 68 % – ein Anstieg um 13 Prozentpunkte.

„Diese starke Zunahme ist ein Anzeichen dafür, dass der Fachkräftemangel an Brisanz gewinnt“, erklärt Brigitta Vochazer, Geschäftsführerin der SGD. Doch nicht alle sind gleich betroffen: „Wie die Ergebnisse für 2013 zeigen, hängt das Ausmaß allerdings stark von der Größe der Unternehmen ab“, so Vochazer.

Von den Betrieben mit ein bis neun Mitarbeitern hadert knapp die Hälfte mit dem Fachkräftemangel. Bei der Größenordnung zehn bis 499 Beschäftigte haben schon 78 % der Befragten Schwierigkeiten, ihren Bedarf zu decken. Und bei 500 und mehr Mitarbeitern betrifft das Problem mit 90 % quasi alle.

Am meisten fehlt es an Fachkräften und Sachbearbeitern. „55 % der Befragten gaben an, dass hier ein Mangel besteht“, erklärt Vochazer. Führungskräfte auf der mittleren Managementebene und Spezialisten mit akademischem Abschluss sucht jeder vierte Arbeitgeber händeringend. In Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern ist es sogar jeder dritte. Nach angelernten Facharbeitern mit Berufserfahrung fahnden 21 % der Befragten. Am entspanntesten ist die Lage noch bei der Rekrutierung von Top-Führungskräften. Die stellt nur 12 % der Unternehmen vor Herausforderungen.

Was liegt da näher, als die eigenen Arbeitnehmer weiterzuqualifizieren? Das sehen 69 % der befragten Personalverantwortlichen genauso. „Wer Mitarbeiter berufsbegleitend qualifiziert, baut langfristig Knowhow und Kompetenz in den eigenen Reihen auf und ist weniger abhängig vom Fachkräftemarkt“, glaubt Vochazer.