Freitag, 24. Juni 2016

Fast jeder zweite Kandidat bricht Bewerbungsprozess ab

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Warum haben 42 % der Arbeitnehmer in der Vergangenheit bereits mindestens einen Bewerbungsprozess nicht zu Ende geführt? Die Bewerbungsstudie 2016 des Jobportals indeed hat nicht nur diese bemerkenswert hohe Zahl herausgefunden, sondern gleich noch nach den Gründen geforscht.

Viele Interessenten empfinden die Prozedur als zu kompliziert, zeitaufwändig und nicht bewerberfreundlich. Fast jeder Vierte hat sogar die Konsequenzen aus der fehlenden Wertschätzung im Bewerbungsprozess gezogen und ein Jobangebot ausgeschlagen. Verantwortlich für den Unmut ist insbesondere das Missverhältnis zwischen den Erwartungen der Kandidaten und den Personalern. So empfinden bspw. die Bewerber das Anschreiben und das Bewerbungsfoto als besonders unnütz. Jeder zweite würde am liebsten auf die Formulierung des Anschreibens verzichten, wohingegen HR-Verantwortliche diesem Teil noch immer eine hohe Bedeutung beimessen. 69 % von ihnen wollen so die Ausdrucksfähigkeit beurteilen und 45 % sehen das Ganze als notwendige Fleißaufgabe an. Wie weit die Vorstellungen auseinander gehen, zeigt auch ein Blick auf den Bewerbungsweg. 63 % der Kandidaten wünschen sich eine Abwicklung direkt über eine Online-Jobseite. Via Social-Media und mobile Anwendungen will sich jeder Fünfte bewerben. Arbeitgeber setzen jedoch überwiegend auf Emails und die Post. Für die Erstellung der Unterlagen erwarten Personaler durchschnittlich 51 Minuten Zeitaufwand und die Kandidaten 42 Minuten. Der tatsächliche Aufwand beträgt hingegen 74 Minuten.

Letztlich ist das Thema Feedback ein großes Problem: 60 % der Unternehmen sagen, sie informieren nicht regelmäßig über den Status der Bewerbung – und das obwohl sich 99 % der Bewerber Informationen hierzu wünschen. Ein Update innerhalb von einer Woche erwartet jeder Zweite, innerhalb von maximal zwei Wochen immerhin weitere 40 %. Aus diesem Grund stellt Frank Hensgens, Geschäftsführer von indeed, klar: „Arbeitgeber sprechen viel vom Employer Branding und Candidate Experience – das alles fängt beim ersten Klick an. (…) Mittelfristig punkten werden nur Unternehmen, die ihre Rolle in diesem (Bewerber-)Markt annehmen und sich schon im Bewerbungsprozess als attraktiver Partner für eine langfristige Job-Beziehung darstellen“.