Montag, 13. Mai 2013

Fehlende MINT-Arbeitskräfte bremsen Wachstum

© Gerd Altmann/ Shapes:AllSilhouettes.com/ pixelio.de

Rund 123.000 Arbeitskräfte – so groß ist derzeit die Fachkräftelücke im MINT-Bereich. Dabei fehlt es zu gleichen Teilen an akademischen und beruflichen Absolventen.

Das ergab der neueste MINT-Report des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag von BDA, BDI, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“. Einen Lichtstreif am Horizont lässt dabei der Bedarf an Akademikern in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik erkennen. Hier geht der Report davon aus, dass u. a. höhere Studierendenzahlen die Lage entschärfen.

Dazu kommen laut Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Fortschritte bei Älteren und Zuwanderern: „So ist allein von 2005 bis 2010 die Erwerbstätigkeit von über 55-jährigen MINT-Akademikern und von Zuwanderern jeweils um mehr als ein Drittel gestiegen. Gelingt es, die Potenziale von Älteren und Zuwanderern weiterhin zu aktivieren und die jüngsten Erfolge bei den Studienanfängerzahlen zu verstetigen, so dürften die Engpässe bis zum Jahr 2020 beherrschbar sein.

Schlechter sieht es dagegen bei den beruflich qualifizierten MINT-Kräften aus. Es scheiden deutlich mehr Fachkräfte rentenbedingt aus als Absolventen aus der beruflichen Bildung nachrücken. Das könnte das Wachstum bremsen.

Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, warnt daher: „Bis zum Jahr 2020 werden allein 600.000 beruflich qualifizierte MINT-Fachkräfte fehlen, um die aus Altersgründen ausscheidenden Fachkräfte zu ersetzen. Nimmt man den Zusatzbedarf für Wachstum und Innovation hinzu, fehlen insgesamt sogar 1,4 Millionen MINT-Fachkräfte. Davon ist die Metall- und Elektro-Industrie als innovationsstarke Branche besonders betroffen. Auch wenn durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Aktivierung Älterer zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden, reicht das noch nicht.“

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ fordert dementsprechend: „Fast 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung sowie 270.000 im Übergangssystem sind ein Potenzial, das wir heben müssen. Schon in den Schulen ist ein fundierter technischer und mathematischer Unterricht nötig, um junge Menschen später bspw. zu guten Mechatronikern oder Chemiefachkräften ausbilden zu können.“