Montag, 9. November 2015

Frauen und Ostdeutsche erhalten seltener Weihnachtsgeld

Source: gratisography.com

Gut jeder zweite Beschäftigte in Deutschland (54 %) erhält Weihnachtsgeld als Jahressonderzahlung. Welchen Einfluss dabei u. a. das Geschlecht, die Branche und das Bundesland haben, zeigt eine Umfrage von lohnspiegel.de unter rund 8.800 Arbeitnehmern.

Der größte Unterschied ist bei Beschäftigten mit und ohne Tarifvertrag zu verzeichnen: In Betrieben mit Tarifbindung erhalten 72 % der Angestellten Weihnachtsgeld. Auf der anderen Seite zahlen nur 42 % der Arbeitgeber ohne entsprechende Vereinbarung zusätzliches Geld aus. Ebenfalls stark ausgeprägt ist der Unterschied zwischen Ost und West. In Westdeutschland gibt es für 56 % der Beschäftigten Weihnachtsgeld, in Ostdeutschland sind es nur 40 %. Zwar ist die Lücke zwischen den Geschlechtern nicht so groß, beachtlich ist sie aber dennoch: Jede zweite Frau (exakt 50 %) kann mit einer Sonderzahlung rechnen, bei den Männern sind es immerhin 56 %. Letztlich kommt auch der Art des Arbeitsverhältnisses Bedeutung zu: In unbefristeten Verträgen ist zu 55 % ein Weihnachtsgeld vorgesehen, in befristeten jedoch nur zu 45 %. Zudem profitieren 49 % der Leiharbeiter von zusätzlichen Einnahmen am Jahresende.

Ein Blick auf die verschiedenen Branchen offenbart insbesondere die unterschiedliche Höhe des ausgezahlten Weihnachtsgeldes. Mitarbeiter im Bankgewerbe, der Süßwarenindustrie, Chemieindustrie sowie der Druck- und Textilindustrie erhalten 95 bis 100 % eines Monatseinkommens. Im Bereich Versicherungen werden rund 80 % ausgezahlt, im Einzelhandel (West) meist 62,5 % und in der Metallindustrie durchschnittlich 55 %. Im öffentlichen Dienst hängt die Höhe des Weihnachtsgeldes von der Vergütungsgruppe ab, die Werte schwanken hier zwischen 60 und 90 %.