Freitag, 13. November 2009

Gehaltslücke zwischen Mann und Frau ist auf dem Land größer

Der unqualifizierte Vergleich zwischen rückständigem Landei und hipper Großstadtfrau bekommt bei der Gehaltsstatistik leider eine durchaus reale Dimension: In der Stadt ist der Gehaltsabstand der Frauen zu ihren männlichen Kollegen deutlich geringer als auf dem Land.

Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Studie herausgefunden und nennt auch gleich Zahlen: So liege die geschlechtsspezifische Lohnlücke in den ländlichen Gebieten seit 1975 konstant zehn Prozentpunkte höher als in den Großstädten. Dabei stütze sich die Studie auf die Lohnentwicklung seit 1975 in Westdeutschland bei gering und mittel qualifizierten Männern und Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren. Damals hätten Frauen mit einem Vollzeitjob in den acht größten westdeutschen Städten 25 % weniger verdient als Männer im gleichen Alter sowie mit derselben Berufserfahrung und Qualifikation. Dagegen habe die Differenz auf dem Land im gleichen Jahr 35 % betragen. Seitdem sei die Lücke zwar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land kontinuierlich geschrumpft. An dem Abstand von 10 Prozentpunkten habe sich jedoch nichts geändert: Junge Stadtfrauen hätten im Jahr 2004 gegenüber den Männern „nur“ noch 15 % weniger Lohn auf Ihrer Gehaltsabrechnung zu beklagen gehabt. Bei den Frauen in ländlichen Gebieten seien es dagegen 25 % gewesen.
Interessierte findet die IAB-Studie im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2209.pdf.