Donnerstag, 21. April 2016

Handwerksnovelle von 2004: Wirkung weder positiv noch negativ

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Vor zwölf Jahren wurde mit der Handwerksnovelle in mehr als der Hälfte der 93 Handwerke die Meisterpflicht abgeschafft. Eine Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) belegt jetzt, dass die Neuregelung in manchen Bereichen und Handwerken zwar deutliche Wirkung gezeigt hat, aber insgesamt weder Hoffnungen noch Befürchtungen eingetreten sind.

In 52 der insgesamt 93 deutschen Handwerke schaffte die Novellierung die Meisterpflicht ab. Große Hoffnungen lagen auf mehr Unternehmensgründungen, neuer Innovationskraft und in einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks. Tatsächlich hat die Zahl der Unternehmensgründungen nach der Reform teils zugenommen. Bspw. im Fliesenleger- oder Gebäudereinigerhandwerk stiegen die Betriebszahlen um das Vier- bis Fünffache. Weitere mögliche Gründe für diesen Anstieg sind aber auch die Reformen am Arbeitsmarkt wie der Existenzgründungszuschuss für neu gegründete Einzelunternehmen (Ich-AGs) oder die EU-Osterweiterung.
Die Reform führte dazu, dass der im gesamten Handwerk zu beobachtende Rückgang der Ausbildungszahlen in den seit 2004 zulassungsfreien Handwerken geringer ausfiel als in zulassungspflichtigen.

Keine eindeutig positiven oder negativen Trends gab es bei der Beschäftigtenstruktur, den Qualifikation, Löhnen oder dem Investitionsverhalten. Die Befragung sieht nur einen geringen Einfluss der Reform auf die Entwicklung des Handwerks. Wichtiger sei es, eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen durch ein gutes Image, bedarfsgerechte Weiterbildung, eine gesteigerte Attraktivität der Ausbildung und berufliche Perspektiven.