Donnerstag, 2. November 2017

Herrscht Langeweile in deutschen Büros?

Quelle: pixabay.com

Angestellte sind bis zu acht Stunden pro Woche – also einen vollen Arbeitstag – von ihren Aufgaben im Job gelangweilt. Das meinen 56 % der befragten Manager einer aktuellen Arbeitsmarktstudie des Personalvermittlers Robert Half. Der Studie zufolge glauben lediglich 40 % der Vorgesetzten, dass sich ihre Mitarbeiter nie langweilen.

Ein Aufgabenprofil, das nicht fordert und keine Anreize setzt, zählen die Führungskräfte zu den Hauptursachen für Langeweile (30 %). Genauso viele sehen in schlecht organisierten oder zu häufig angesetzten Meetings einen Grund. Dicht darauf folgt mangelnde Vielfalt/Abwechslung innerhalb der Funktion – ein Problem, dass angesichts von 28 % an Nennungen offenbar weit verbreitet ist.

Mehr Abwechslung im Job liegt allerdings nicht nur in der Verantwortung der Chefs. Auch Arbeitnehmer können mit konkreten Maßnahmen akuter und dauerhafter Langeweile entgegentreten, rät Thomas Hoffmann, Director North bei Robert Half. Jeder solle sich fragen: Warum bin ich gelangweilt? Warum finde ich meine Arbeit nicht interessant? Liegt es an Unterforderung oder gibt es andere Gründe? Was fehlt mir, um eine spürbare Verbesserung herbeizuführen? Gelangweilte Mitarbeiter sollten außerdem das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und den Wunsch nach Veränderung äußern. Dabei lösten konkrete Vorschläge für eine gezielte Weiterbildung, eine neue Herausforderung oder eine andere Tätigkeit innerhalb des Unternehmens am schnellsten das Problem. Finden sich keine Möglichkeiten, die Arbeit abwechslungsreicher zu gestalten oder sich intern neuen Herausforderungen stellen, sollte ein Jobwechsel in Betracht gezogen werden.

„Dauerhafte Langeweile kann genauso schädlich sein wie dauerhafter Stress“, so Hoffmann. „Mitarbeiter, die sich langweiligen, empfinden Druck, den sie sich selbst auferlegen. Außerdem stellen sich Resignation und Lethargie ein, wenn Anerkennung und Wertschätzung ausbleiben. Im schlimmsten Fall sind das Bore-out-Syndrom und Depressionen die Folge.“

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