Dienstag, 3. Februar 2015

Inklusion in Unternehmen: noch immer nicht selbstverständlich

(c) tim_reckmann / pixelio.de

Die Zahl der Jobsuchenden mit Schwerbehindertenausweis erhöhte sich innerhalb eines Jahres um rund 3.000 Menschen und liegt nun bei insgesamt 179.000. Die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Einschränkungen verbesserte sich damit nicht. Das zeigt das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Instituts (HRI).

Etwa 60 % aller deutschen Arbeitgeber erfüllen die geforderte Einstellungsquote für Menschen mit Behinderungen in Höhe von 5 % nicht. Als Gründe nennen sie die mangelnde Barrierefreiheit ihrer Firmen oder das Fehlen passender freier Stellen. Stattdessen zahlen Unternehmen lieber die gesetzliche Ausgleichsabgabe, die ab 20 Angestellten anfällt.
Jeder vierte kennt die Unterstützungsmöglichkeit der staatlichen Eingliederungshilfe nicht, die aus der Ausgleichsabgabe zur Verfügung steht. Nur 64 % derer, die davon wissen, nutzen diese Finanzmittel, um einen Arbeitsplatz barrierefrei zu gestalten.

Mehr als drei Viertel aller Firmen sieht keine Leistungsunterschiede zwischen Beschäftigten mit und ohne Handicap. Trotzdem wollen nur 10 % in den kommenden zwei Jahren die Quote in ihrem Betrieb erhöhen.
Am 4.2.2015 wird die Aktion Mensch als 2000. Organisation die Charta der Vielfalt - eine Unternehmensinitiative seit 2010 für Diversity Management in der deutschen Wirtschaft - in Berlin unterzeichnen.