Montag, 19. März 2012

Ist der Master das neue Diplom?

© PIXELIO/Thomas Kölsch

Die Diplomer gehen, die Bachelors kommen – und die Unternehmen sind eher nicht begeistert.

 

 

 

So lässt sich Ergebnis der Studie „Recruiting Trends 2012“, des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) und des Karriereportals Monster auf den Punkt bringen. Gerade einmal jedes fünfte der befragten 1.000 größten Unternehmen in Deutschland könne der Umstellung von Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge etwas Positives abgewinnen. Und nur jedes vierte vertrete die Ansicht, Bachelorabsolventen verfügten über ausreichend Kenntnisse und Fähigkeiten, um von Nutzen zu sein. Mehr als die Hälfte der Befragten hätte deshalb dafür plädiert, den Master zum regulären Studienabschluss zu machen. Dementsprechend hätten dann auch 57 % der Befragten angegeben, sie schreiben freie Stellen, die früher an Diplomabsolventen gingen, nun für Masterabsolventen aus. Lediglich jeder dritte Arbeitsplatz gehe an Bachelorabsolventen.

 

Bernd Kraft, Vice President General Manager CE bei Monster, kann dem Bachelor dennoch etwas Gutes abgewinnen: „Die Absolventen sind jung, viele bringen Auslandserfahrung mit, sind mobil und bereit, sich weiterzubilden. Gleichzeitig können Studenten in der verkürzten Studienzeit nicht das gleiche Fachwissen erwerben, wie es Diplomabsolventen mitbrachten. Das erfordert ein Umdenken auf Unternehmensseite, bietet aber auch die Chance, Fachkräfte früh für sich zu gewinnen, den eigenen Anforderungen entsprechend weiterzubilden und als Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden.“ Das scheint den Mittelständlern besser zu gelingen als den Großunternehmen. Laut Mittelstandsstudie von Monster und CHRIS glauben hier nämlich immerhin 41 % der Befragten, dass Bachelorabsolventen ausreichend Kenntnisse für eine Stelle in ihrem Unternehmen mitbringen. Dementsprechend gingen 37 % der Stellen, die bei ihnen früher für Diplomabsolventen reserviert waren, heutzutage an Bachelorabsolventen. Das sind bereits fast genauso viele, wie die 39 % der Arbeitsplätze, für die Mittelständler dann doch lieber Masterabsolventen hätten. Man gewöhnt sich also langsam aneinander. Doch gebe es noch Verbesserungsmöglichkeiten: „Die Unternehmen müssen teils neue Unikooperations- und Praktikumskonzepte entwickeln, die zum Studienverlauf der Studenten passen“, rät Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg.