Jobperspektiven, Fachkräftemangel und Hochschulranking

19. April 2011

Rosige Aussichten für Absolventen – das bescheinigen Personaler den Hochschulabgängern für 2011.  

Das meldet die Wirtschaftswoche und beruft sich auf eine jährliche Studie von access KellyOCG und Universum Communications. Danach hätten von den befragten 500 HR-Mitarbeitern 85 % Berufseinsteigern gute oder gar sehr gute Aussichten auf dem Stellenmarkt prognostiziert. Ein gewaltiger Aufschwung im Vergleich zum vergangen Jahr: Da seien 60 % noch davon ausgegangen, die Absolventen erwarteten nur mittelmäßige oder eher schlechte Jobperspektiven. „Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung bekamen die Personaler alle Hände voll zu tun“, analysiert Axel Keulertz, Research Director bei Universum, das Ergebnis. „Sie müssen jetzt die Lücken, die durch die Einstellungsstopps entstanden sind, füllen und suchen sehr intensiv nach qualifizierten Mitarbeitern“.

 

Doch das erweise sich als zunehmend schwerer. Denn nicht nur der mittlerweile altbekannte Mangel an Ingenieuren, Informatikern und Elektrotechnikern bereite den Personalmanagern Kopfzerbrechen. Auch beim naturwissenschaftlichen Nachwuchs herrsche Flaute. 36 % der Befragten hätten darüber geklagt, dieses Jahr nur mit Schwierigkeiten geeignete Kandidaten zu finden. Im Vorjahr seien es erst 27 % gewesen. Das führe zu angenehmen Konsequenzen für weniger begabte Absolventen: Bei BWL, VWL, Informatik und Elektrotechnik sei es diesmal mehr Personalern als noch im letzten Jahr egal, welchen Abschluss die Bewerber vorweisen können. Doch es gebe auch die, denen das nicht gleichgültig ist. Sie bevorzugten einen Master oder das Diplom. Der Bachelor genieße mit 6 % Befürwortern dagegen kein besonderes Ansehen. Der Trend gehe vielmehr zu Höherem: So wünsche man sich bei Naturwissenschaften verstärkt eine Promotion. „Wir beobachten, dass die Unternehmen nach wie vor die Absolventen mit höheren Universitätsabschlüssen bevorzugen, obwohl eine große Anzahl hoch qualifizierter Bachelors die Hochschulen verlässt. Da der Pool an Diplomabsolventen stetig kleiner wird, erwarten wir hier in naher Zukunft jedoch einen Wandel in der Recruitingpolitik vieler Unternehmen”, prognostiziert access KellyOCG Geschäftsführer Klaus Töpfer.

 

Die Personaler wurden auch nach ihren Präferenzen bei Fachhochschulen und Universitäten gefragt. Bei Letzteren führe die RWTH Aachen erneut das Feld an bei den Wirtschaftsingenieuren, dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und den Naturwissenschaften. An die Uni Mannheim sei der erste Platz in den Bereichen BWL und VWL gegangen. Informatikabsolventen rekrutiere man am liebsten vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), während für Juristen die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) als Kaderschmiede gelte. Bei den Fachhochschulen hätten die Personaler der Hochschule Karlsruhe für Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik und Informatik Bestnoten verliehen. Bei BWL sei die ESB Business School der Hochschule Reutlingen ihre erste Wahl.

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