Mittwoch, 2. April 2014

Jüngere Arbeitnehmer immer kürzer beschäftigt

(c) RainerSturm / pixelio.de

Heutzutage dauern Beschäftigungsverhältnisse von Arbeitnehmern unter 30 Jahren nicht mehr solange an wie früher. Das fand das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Studie heraus, die die Entwicklung von Mitte der 70er Jahre bis 2009 erfasst. Dauerten die Beschäftigungsverhältnisse der bis 30-Jährigen bei den Geburtsjahrgängen 1960/61 noch durchschnittlich 834 Tage, waren es bei den Jahrgängen 1978/79 schon 182 Tage weniger. In den letzten 20 Jahren betrug die durchschnittliche Beschäftigungsdauer rund zehn Jahre und ist damit relativ konstant. Die Ergebnisse seien ein Indikator für eine Verlagerung oder Umverteilung von Beschäftigungsrisiken hin zu Jüngeren, sagen Thomas Rhein und Heiko Stüber vom IAB. Die Entwicklung falle zeitlich zusammen mit einer gesteigerten Anzahl befristeter Arbeitsverträge bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die niedrigste Beschäftigungsdauer verzeichneten die jüngeren Arbeitnehmer ohne Ausbildung. Ihre Arbeitsverhältnisse verkürzten sich auf 301 Tage. Die entsprechenden Jahrgänge 1960/61 waren bis zum Alter von 30 Jahren noch durchgängig 710 Tage beschäftigt, wenn sie keinen Beruf erlernt hatten. Im Vergleich standen die 1978/79 Geborenen ungelernt nur noch 408 Tage durchgängig in einem Arbeitsverhältnis. Spitzenreiter waren hingegen die Hochschulabsolventen: Die gleichen Geburtsjahrgänge hielten mit 1.620 bzw. 1.556 Tagen deutlich länger durch. Die Forscher werteten für die Studie Angaben zu Beschäftigungsverhältnissen westdeutscher sozialversicherungspflichtig beschäftigter Personen der Jahrgänge 1960 bis 1979 aus. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, erhoben sie nur Daten aus Westdeutschland und berücksichtigten keine Auszubildenden, Praktikanten, Werkstudenten und Minijobber.