Dienstag, 27. Oktober 2015

Jugendstudie: Familie und Kinder wichtiger als Arbeit

Source: picography.co

Junge Menschen wollen die Gesellschaft aktiv mitgestalten und entgegen vielfacher pessimistischer Behauptungen sind die Deutschen zwischen 12 und 25 Jahren nicht unpolitisch. Zu diesem Ergebnis kommt die 17. Shell Jugendstudie 2015. Für die kommende Generation hat die Familie einen besonders hohen Stellenwert: 90 % sind der Meinung, dass Familie und Kinder nicht hinter dem Berufsleben zurückstecken dürfen. Auf der gemeinsamen Vorstellung der Studie betonte Bundesfamilienministerin Schwesig deshalb, dass man bereits heute die Weichen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen müsse.

Zudem sind die jungen Menschen offen für Zuwanderung. Angst macht ihnen nicht das Fremde, sondern Fremdenfeindlichkeit. Insgesamt befindet sich die kommende Generation im Aufbruch, stellt Studienleiter Prof. Mathias Albert fest. So sei sie anspruchsvoll, wolle mitgestalten und neue Horizonte erschließen. Entsprechend hoffnungsvoll blickten die Jugendlichen in die Zukunft. Es sei ein wachsender Optimismus spürbar, der in dieser ausgeprägten Form sogar die Verantwortlichen der Studie verblüffte.

Neue Herausforderungen warten also auf die Unternehmen in den nächsten Jahren. Der Nachwuchs formuliert seine Wünsche offen und weiß was er will. Er bringt sich ein und setzt klare Prioritäten. Das ganze erinnert ein wenig an die Generation Y. Forderte sie noch allgemein eine ausgewogene Work-Life-Balance, setzen die jungen Menschen nun ganz gezielt die Priorität, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Das bedeutet im Ergebnis, dass es mit flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeit nicht mehr getan ist. Arbeitgeber werden zukünftig im Kampf um Fachkräfte u. a. mit Betriebskindergärten, Vermittlungsangeboten haushaltsnaher und familienunterstützender Leistungen sowie Homeoffice punkten müssen.