Mittwoch, 9. Oktober 2013

Keine Streitkultur in deutschen Unternehmen

(c) joschka knoblauch / pixelio.de

Kaum ein Unternehmen hat einheitliche Regeln zur Lösung von Konflikten parat. Gut die Hälfte der Führungskräfte wird deshalb im Streit persönlich und bleibt nicht bei der Sache. Im Ergebnis leidet laut einer Studie der Personalberatung Rochus Mummert wegen mangelnder Achtung und Wertschätzung die Unternehmenskultur in jedem zweiten Betrieb.

Widersprüche und andere Meinungen sind bei vielen Vorgesetzten nicht gern gesehen. Der Streit resultiert dann für  46 % der Studienteilnehmer aus unklaren Anweisungen und für 43 % aus unbefriedigenden Arbeitszeitregelungen. Dabei fehlen in vielen Fällen eine etablierte Streitkultur und Spielregeln für Konflikte. Diskussionen mit jungen und selbstbewussten Arbeitnehmern arten schnell aus und sorgen für ein schlechtes Arbeitsklima. Dieses dringt heutzutage sehr schnell nach außen, sagt Studienleiter Dr. Hans Schlipat. Denn die „nachrückende Generation Y informiert sich vor einem Stellenantritt in ihrem Netzwerk aus erster Hand über die Unternehmenskultur – negative Erfahrungen werden sofort sichtbar.“ Schaden entsteht dann für das Unternehmen aber nicht nur wegen des schlechten Arbeitgeber-Images und der infolge dessen schwerer werdenden Stellenbesetzung, laut Studie kommt es in fast 90 % der Betriebe zusätzlich zu Produktivitätseinbußen.
Schlipat sieht neben der Geschäftsführung insbesondere die HR-Verantwortlichen in der Pflicht: „Um auch in Zukunft attraktiv für Leistungsträger zu sein, sollten Unternehmen ihre Führungs- und Leistungskultur überdenken – dazu zählt auch die offene, konstruktive Auseinandersetzung.“