Montag, 1. Juli 2013

Kleinbetriebe finden am schwersten neues Personal

(c) Dietmar Meinert / pixelio.de

Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern haben hierzulande überdurchschnittlich häufig Probleme bei der Personalsuche. Deshalb finden sich bei ihnen auch die meisten offenen Stellen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Und sie gibt Hinweise, wie sich die Situation verbessern lässt.

Kleinbetriebe (bis 50 Beschäftigte) bieten mehr als 50 % aller offenen Stellen an, während auf Mittel- (bis 249) und Großbetriebe (ab 250) knapp 30 bzw. weniger als 20 % entfallen. Bei den kleinen Unternehmen bleiben 23 % der Stellenbesetzungsprozesse erfolglos, bei den mittleren elf und bei den großen zwei Prozent.
Dies liegt laut IAB auch daran, dass die Personalsuche unterschiedlich ausgeprägt ist. Kleine Unternehmen beschreiten dabei im Durchschnitt nur zwei Wege, größere vier, z. B. über eigene Arbeitnehmer, Zeitungsanzeigen, Arbeitsagenturen und Online-Stellenbörsen. Große Betriebe schreiben bspw. doppelt so häufig Stellen in Online-Stellenbörsen aus wie kleine. Diese schalten auch Stellenanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften deutlich seltener und nutzen selbst die kostenlosen Dienste der Arbeitsagenturen weniger als mittlere und große Unternehmen. Entsprechend geringer ist bei ihnen die Zahl der Bewerber und größer das Risiko, dass sich darunter kein geeigneter Kandidat befindet.

Die IAB-Forscher leiten aus ihren Ergebnissen einige Handlungsempfehlungen für kleine Betriebe ab. Dazu zählt, Inserate für offene Stellen stärker überregional zu verbreiten, z. B. über Online-Stellenbörsen. Auch ein häufigerer Kontakt zur Arbeitsagentur erscheint ihnen Erfolg versprechend. Nicht zuletzt sei die Mitarbeiterbindung eine Stellschraube, an der kleine Betriebe drehen können. Gerade weil dort das Budget häufig eingeschränkter sei als in großen, könnten gute Arbeitsbedingungen, z. B. durch leichte Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Möglichkeiten eigenverantwortlichen Arbeitens, ein zentrales Argument im Wettbewerb um geeignete neue Mitarbeiter sein.