Freitag, 26. August 2011

Krankenstand auf Rekordniveau

© PIXELIO/Thommy Weiss

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – Deutschlands Arbeitnehmer werden immer kränker. 

Das meldet der BKK Bundesverband. So seien die Krankenstände in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gestiegen. Von Januar bis Juni 2011 hätten im Durchschnitt 4,4 % der Mitarbeiter im Monat unpässlich im Bett gelegen, statt zu arbeiten. Vor einem Jahr seien es im gleich Zeitraum nur 4,1 % gewesen, genau wie 2009. Dagegen hätte es 2008 nur 4 % erwischt. Vor allem im ersten Quartal dieses Jahres seien die Beschäftigten reihenweise wegen Atemwegserkrankungen ausgefallen. Hier habe es einen Anstieg von 25 % gegenüber dem Vorjahr gegeben, im März sogar um 32 %. Insgesamt seien die 5,6 Millionen Angestellten, die der BKK Bundesverband erfasst – und damit jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – in 2010 an 14,8 Tagen krankgeschrieben gewesen. Im Jahr 2006 hätten die Beschäftigten dagegen mit 12,4 Tagen den geringsten Krankenstand seit 30 Jahren erzielt.

 

Angeführt werde die Liste der Top-Krankheitsgründe von den Muskel- und Skeletterkrankungen mit 27 %. Hier würden insbesondere die Rückenleiden zu Buche schlagen. Platz zwei gehe mit 14 % an die Atemwegserkrankungen. Auf dem dritten Rang lägen Verletzungen. Allerdings sei ihr Anteil in den letzten Jahren deutlich geschrumpft, und zwar von 14,5 im Jahr 2009 auf 13,6 % in 2010. Bereits an vierter Stelle sorgten psychische Beschwerden für 12 % der Fehlzeiten. Damit setze sich der jahrelange Zunahmetrend fort. Bereits jeder achte Krankheitstag gehe auf dieses Konto. Das sei der höchste Anteil in der über 30-jährigen Gesundheitsberichterstattung. 1976 seien nur 2 % aller Erkrankungen auf diese Ursache zurückzuführen gewesen.

 

Bedenklich stimmt auch, dass ein durchschnittlicher Erkrankungsfall den Mitarbeiter 12,8 Tage hindere, seine Arbeit zu verrichten. Bei psychischen Erkrankungen weite sich dieser Zeitraum jedoch gleich auf 35,2 Tage aus. Nur bösartige Tumorerkrankungen würden mit 36,3 Tagen noch länger andauern. Dagegen hielten Muskel- und Skeletterkrankungen die Arbeitnehmer im Schnitt 19,6 Tage von ihrer Pflichterfüllung ab. Unter dem Strich sei der gestiegene Krankenstand vor allem darauf zurückzuführen, dass es mehr langwierige Erkrankungen gebe: Langzeitfälle mit über sechswöchiger Krankheitsdauer seien für über 45 % aller Krankentage verantwortlich, obwohl sie nur 4,2 % der Fälle ausmachten.