Donnerstag, 28. Februar 2013

Langzeitkonten wenig verbreitet

©Gerd Altmann/shapes:photoshopgraphics.com

Langzeitkonten ermöglichen längere Arbeitsunterbrechungen bei vollem Gehalt. Doch bisher sind sie in nur wenigen Unternehmen angekommen. Dies berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Insgesamt setzen nur 2 % der Unternehmen seperate Langzeitkonten ein. Allerdings ist bei den größeren Betrieben der Anteil in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Bei den mittleren Betrieben verfügen 12 % über Langzeitkonten, bei größeren Betrieben mit mindestens 500 Beschäftigten sind es inzwischen 22 %. Der Grund für die geringe Verbreitung könnte laut Studie sein, dass Langzeitkonten auch Risiken bergen und einer genauen Regulierung bedürfen. So sind angesammelte Guthaben vor Insolvenz zu schützen. Weiterhin besteht auch eine gewisse Unsicherheit darüber, was mit hohen Zeitguthaben passiert, wenn Beschäftigte den Betrieb verlassen.

Die angesparte Zeit verwenden Arbeitnehmer am häufigsten für längere Freistellungen oder Familienzeiten. Für Weiterbildung werden die Guthaben allerdings seltener eingesetzt. „Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Weiterbildung in den Betrieben im Rahmen der normalen Arbeitszeit und/oder auf Initiative der Beschäftigten neben dem Beruf erfolgt“, schreiben die IAB-Forscher.

Der Ausgleichszeitraum liegt am häufigsten zwischen einem halben und einem Jahr. Dies ist plausibel, da in dieser Form eine effiziente Steuerung bei saisonalen oder konjunkturellen
Schwankungen möglich ist.

Insgesamt hat aber der Anteil der Betriebe mit Arbeitszeitkonten erheblich zugenommen. Während ihr Anteil 1999 noch bei 18 % lag, erreichte er 2011 fast 34 %. Da es sich dabei oft um größere Betriebe handelt, ist der Anteil der Beschäftigten mit Arbeitszeitkonto noch höher: Er liegt mittlerweile bei 54 %.