Dienstag, 11. November 2014

Macht Arbeitslosigkeit krank oder Krankheit bedürftig?

(c) fred vollmer / pixelio.de

Vier von zehn Hartz-IV-Empfängern gaben an, gesundheitlich stark eingeschränkt zu sein. Personen, die nur ergänzend finanzielle Leistungen vom Jobcenter erhalten, geht es etwas besser. Dennoch fühlen sich beide Gruppen deutlich schlechter als Erwerbstätige, fand das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) in einer Studie heraus.

ALG-II-Empfängern geht es schlechter als Erwerbstätigen:
Fast die Hälfte der männliche und etwas vierzig Prozent der weiblichen Befragten, die Hartz VI erhalten, waren gesundheitlich schwer eingeschränkt, behindert oder stellten einen Antrag auf Anerkennung einer solchen. Dagegen waren es bei den Erwerbstätigen insgesamt nur 19 %.
Psychische Erkrankungen nannten die Studienteilnehmer vergleichsweise selten.

Die Befragung gibt keinen Aufschluss über die Wirkungsrichtung beim statistischen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Krankheit: Entweder könnte Arbeitslosigkeit krank oder Krankheit bedürftig machen, folgern die IAB-Berufsforscher. Auch weitere Faktoren, die mit Arbeitslosigkeit und Gesundheit in Verbindung stehen, könnten zu den Ergebnissen führen. Unterschiedliches Gesundheitsverhalten macht aber nur einen sehr geringen Anteil des ungünstigeren Gesundheitszustands von Menschen die Grundsicherung beziehen aus.