Dienstag, 3. Februar 2015

Mehr Frauen in Führungspositionen (auch in Deutschland)

(c) Konstantin Gastmann / pixelio.de

Eine reale Frauenquote von 47 % in den Vorständen europäischer Unternehmen und solcher aus Ozeanien ist für das Jahr 2024 absehbar. Das prognostiziert eine Mercer-Studie, für die unter dem Titel „When Women Thrive, Businesses Thrive“ 164 Unternehmen weltweit befragt wurden. Heute liegt sie bei gerade einmal 18 %.
Während der Anteil erwerbstätiger Frauen weltweit bei 70 % liegt, schwankt er in Deutschland laut Statista zwischen 72 und 82 %. Betrachtet man aber die verschiedenen Karrierelevel zeichnet sich ein anderes Bild ab. In europäischen Unternehmen und Ozeanien beträgt die Frauenquote unter den Managern 29 %, Senior Managern 24 % und bei den Executives 18 %. Das heißt, je höher das Level, desto geringer der Frauenanteil.

Deutschland geht das Problem – zumindest auf Ebene der Aufsichtsräte – mit einem Gesetz an. Am 30.1.2015 fand die erste Lesung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst im Bundestag statt:

  • Eine Geschlechtermindestquote von 30 % soll künftig für Aufsichtsratsposten von börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen (mehr als 2.000 Beschäftigte), die ab dem 1.1.2016 neu besetzt werden, gelten.
  • Bereits bestehende Mandate unterliegen dem Bestandsschutz und können bis zum vorgesehenen Ende wahrgenommen werden.
  • Wird die Quote unterschritten, darf die entsprechende Aufsichtsratsposition nicht neu besetzt werden.
  • 2016 müssen mittelgroße Unternehmen Zielvorgaben erstellen, wie sie Posten mit Frauen im Aufsichtsrat, Vorstand und Management besetzen wollen sowie hierüber 2017 öffentlich berichten. Allerdings sind keine Sanktionen bei Nichteinhalten der eigenen Ziele vorgesehen.