Dienstag, 24. März 2015

Mindestlohn betrifft jeden achten Betrieb

© Anja Müller / pixelio.de

Im Jahr 2014 arbeitete in 12 % der Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mindestens ein Arbeitnehmer für weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde. Das geht aus der jährlichen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hervor.

Große Unterschiede zeigen sich beim Blick auf die Unternehmen in Ost und West. So beschäftigten etwa in Sachsen 32 % mindestens einen Mitarbeiter unter dem Stundensatz von 8,50 Euro. Das ist fast fünfmal so viel wie in Hamburg oder Baden-Württemberg, hier lag der Wert bei weniger als 7 %.
Zudem bestehen erhebliche Differenzen zwischen den Branchen. Das Gastgewerbe ist mit einem Anteil von knapp einem Drittel besonders vom Mindestlohn betroffen, ebenso wie der Einzelhandel mit einem Viertel oder der Bereich Verkehr und Lagerei (20 %). Diese Erkenntnis verwundert die Arbeitsmarktexperten nicht: „Die Intensität der betrieblichen Betroffenheit - gemessen am Anteil der Beschäftigten, die weniger als den Mindestlohn verdienten – variiert zwischen einzelnen Branchen stärker als zwischen Regionen.“