Montag, 2. Februar 2015

Mindestlohn für Praktikanten unwichtig?!

(c) Redaktion Arbeit und Arbeitsrecht

Durchschnittlich erhalten Praktikanten 770,89 Euro monatlich und arbeiten 38 Stunden pro Woche. Das ergab der aktuelle Praktikantenspiegel 2015, den die Unternehmensberatung Clevis und die Online-Jobbörse Absolventa Jobnet - mit wissenschaftlicher Unterstützung des Lehrstuhls für Marketing der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg - durchführten. Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles eröffnete den Tag der Praktikanten am 29.1.2015 in Berlin.

Beinahe alle Praktika heutzutage sind vergütet. Am besten zahlen Arbeitgeber im Baugewerbe (1.015 Euro), Finanzsektor (888 Euro) oder in Unternehmensberatungen (920 Euro).
64 % finden ihre Praktikumsvergütung angemessen, obwohl ein gesetzlicher Mindestlohn bei einer 40-Stunden-Woche gut doppelt so hoch ist. Diesen erhält seit Januar 2015 aber nur, wer freiwillig länger als drei Monate im Praktikum arbeitet. Für Minderjährige ohne Berufsabschluss, Auszubildende und Studenten mit Pflichtpraktika gilt der Mindestlohn nicht.

Nach den Studienergebnissen ist mehr Geld gar nicht notwendig: 85 % sind allgemein mit dem Praktikum zufrieden und fast genauso viele würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Wichtig für die Zufriedenheit sind eher der erhoffte Lerneffekt, die gute Führung durch Vorgesetzte sowie die Aufgabengestaltung. Unternehmen müssen Fachkräfte deshalb schon frühzeitig von ihrer Arbeitgebermarke überzeugen, sagt Ludwig Preller (Studieninitator und Partner der Clevis Group).