Dienstag, 15. März 2016

Öffentlicher Dienst befristet mehr als Privatwirtschaft

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Zu einem überraschenden Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB): Der Anteil befristeter Arbeitsverträge ist im öffentlichen Dienst deutlich höher als in der Privatwirtschaft.

Im vorletzten Jahr waren in der Privatwirtschaft in Deutschland rund 6,7 % befristet Beschäftigte tätig. Im öffentlichen Dienst lag ihre Quote hingegen bei 10,4 %. Besonders heraus sticht dabei – und das ist auch der Grund für den bemerkenswerten Unterschied – die Wissenschaft mit einem Anteil von 43,6 % befristet Beschäftigten. Ließe man diesen Bereich im Vergleich unberücksichtigt, wäre das Verhältnis mit 7,4 % befristeten Verträgen im öffentlichen Dienst zu oben erwähnten 6,7 % in der Privatwirtschaft nahezu ausgeglichen.

Befristete Verträge haben aber weiterhin einen großen Anteil bei Neueinstellungen. So lag dieser im öffentlichen Dienst (ohne Wissenschaft) bei 60 %, in der Privatwirtschaft bei 40 %. Die Chance auf eine Übernahme ist bei privaten Unternehmen mit einer Quote von 41,5 % am höchsten, wobei die Fortführung des Arbeitsverhältnisses mit einem befristeten Folgevertrag 32,5 % ausmachte. Beim öffentlichen Dienst liegt die Übernahmequote bei 32 %, verlängert wurden 38,3 % der Verträge. Eine Erklärung für dieses Missverhältnisse liefern die Nürnberger Arbeitsmarktforscher gleich mit: „Dass die Übernahmequote im öffentlichen Sektor um rund zehn Prozentpunkte niedriger ausfällt als im privaten Sektor dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die maßgeblichen Befristungsmotive öffentlicher Arbeitgeber Vertretungen und fehlende Planstellen sind, während Befristungen in der Privatwirtschaft häufiger der Erprobung neuer Mitarbeiter dienen“.