Donnerstag, 29. August 2013

Ostdeutschland hinkt bei Stellenbesetzungen hinterher

(c) Anton Porsche (superanton.de) / pixelio.de

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland insgesamt 5,3 Millionen Neueinstellungen, wobei 4,4 Millionen auf Westdeutschland und 900.000 auf Ostdeutschland entfielen. Die Zeit zwischen Stellensuche und Arbeitsbeginn lag im Jahr 2011 in beiden Teilen Deutschlands mit 75 Tagen (Ost) und 76 Tagen (West) noch auf gleichem Niveau. 2012 dauerte die Besetzung von Stellen in Ostdeutschland mit 86 Tagen aber erstmals  länger als im Westen (81 Tage). Damit stiegen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich an, stellt eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter 14.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftskreise fest.

Ursachen für den deutlich größer gewordenen Zeitraum  sehen die Betriebe in der zu geringen Bewerberzahl, mangelnder Qualifikation und der Uneinigkeit zwischen Arbeitgeber und Kandidat bei den Fragen Lohnhöhe und Arbeitsbedingungen. Zudem sei laut IAB Forscher der demografische Wandel deutlich spürbar und wirke sich im Osten stärker als im Westen aus. Folglich gingen die Unternehmen im Kampf um Fachkräfte vermehrt Kompromisse ein. Bei jeder fünften Neueinstellung kämen die Arbeitgeber den Bewerbern beim Lohn entgegen und machten Abstriche bei der Qualifikation oder Berufserfahrung.

Mehr als die Hälfte der Einstellungen verzeichneten im vergangenen Jahr die vier Wirtschaftsbereiche „sonstige Dienstleistungen“ (Zeitarbeit, Hausmeister- und Reinigungsdienste, etc.), Gesundheits- und Sozialwesen, Handel und Reparatur sowie Gastgewerbe.