Donnerstag, 7. Dezember 2017

Personalgespräch als notwendiges Übel?

Quelle: pixabay.com

Beim Thema regelmäßige Mitarbeitergespräche gehen die Meinungen befragter Arbeitnehmer weit auseinander: Für die einen ist es sinnvolles Instrument, für die anderen nur ein Alibigespräch. Das zeigt die jüngste Talents-&-Trends-Befragung der Outplacement- und Karriereberatung von Rundstedt.

Den Austausch über Leistungen und Erwartungen im Personalgespräch empfinden 55 % der Befragten als hilfreich und motivierend. 35 % sehen in ihm nichts weiter als einen Alibitermin ohne konkrete Ergebnisse. Beschäftigte haben oftmals hohe Erwartungen an ihre Vorgesetzten. Rund 60 % der Mitarbeiter erhoffen sich von ihrem Feedbackgespräch konkrete Vorschläge und Ideen für ihre Weiterentwicklung. Bereits im Vorfeld des Termins stecken sich jeweils 56 % der Befragten Ziele. Sie bereiten sich argumentativ auf einzelne Themen, die angesprochen werden könnten, vor.
Laut Umfrage sind Frauen bei der Vorbereitung gründlicher als ihre männlichen Kollegen. 28 % der Frauen stimmen der Frage, ob eigene Verbesserungsvorschläge ins Gespräch eingebracht werden „voll zu“, bei den Männern sind es hingegen nur 18 %. Zudem gaben 26 % der weiblichen Teilnehmer an, sich gründlich auf mögliche Kritik argumentativ vorzubereiten. Lediglich 19 % der Herren sind ebenso akribisch. Frauen zeigten sich auch zielorientierter als ihre männlichen Kollegen. Ganze 24 % der Damen überprüfen die Ziele und Erwartungen aus dem letzten Gespräch. Wurden diese nicht erfüllt, bringen sie diese beim nächsten Personalgespräch erneut vor. Bei den Männern stimmten 19 % dieser Aussage „voll zu“.

Trotz gradueller Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Gemeinsamkeit: Im Vorfeld des Gesprächs beschäftigen sich beide aktiv mit ihren Wünschen, Zielen und Stärken. Dadurch erhoffen sie sich, ihren Karrierepfad aktiv beeinflussen zu können. Lediglich 13 % warten darauf, wie sich das Gespräch entwickelt, um dann entsprechend situativ zu argumentieren. Um die Lage zu sondieren, nehmen nur 12 % bereits vor dem Mitarbeitergespräch Kontakt mit dem Vorgesetzten auf. Die Einladung wird von vielen Beschäftigten als Chance gesehen, ihre berufliche Weiterentwicklung selbst in die Hand zu nehmen.

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