Freitag, 16. August 2013

Psychische Gefährdungsbeurteilung in der Praxis

(c) Stefan Kernen / pixelio.de

Arbeitgeber sind nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet, im Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Hierzu gehört auch die Untersuchung der psychischen Belastungen von Arbeitnehmern. Aber wie wird die Belastung gemessen und wie werden entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen? Handlungsanleitungen bieten u.a. das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Das IAG hat einen Report zur „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ erstellt, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Empfohlen wird hierin bspw., dass die Beurteilung in bereits vorhandene Strukturen eingebunden werden soll. Zudem sei es zur Identifizierung relevanter Handlungsfelder wichtig, die Beschäftigten zu beteiligen und diese regelmäßig über den aktuellen Stand zu informieren. Führungskräfte sollten Verantwortung übernehmen, zuvor jedoch ausreichend qualifiziert werden. Die gewonnenen Daten müssten von externen Unternehmen ausgewertet werden und schließlich auch in entsprechend umzusetzende Maßnahmen münden.

Zudem bietet die BAuA auf ihrer Webseite mit der Toolbox zur Erfassung psychischer Belastungen ein weiteres Instrument zur Früherkennung von seelischen Störungen an. Auch die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Arbeit und Arbeitsrecht“ widmet sich mit zwei Beiträgen (S. 464 ff.) dem Thema. Denn in Zeiten steigender Stressbelastungen und Produktivitätsverluste kann die Gefährdungsbeurteilung helfen, die Strapazen für die Beschäftigten zu reduzieren, deren individuelle Ressourcen zu stärken, den Krankenstand zu senken und dadurch die Produktivität des Unternehmens wieder zu steigern.