Donnerstag, 18. Oktober 2012

Selbsteinschätzung der Führungskräfte

© Gerd Altmann/ AllSilhouettes.com/ pixelio.de

Ein reines Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Wenn das stimmt, hatten vier von fünf Führungskräften schon einmal eine schlaflose Nacht, weil sie gegen ihre Überzeugung gehandelt haben.

Das ist eines der Ergebnisse, das die Studie „Verantwortungsvoll führen“ der Akademie für Führungskräfte an den Tag brachte. Gefragt wurden 443 Führungskräften nach Verantwortungsbewusstsein, Vorbildfunktion und ihrer Einstellung zum Arbeitgeber. Auch Aktivitäten zur Corporate Social Responsibility (CSR) waren Thema.

Dabei gaben 82 % der Befragten zu, bei der Arbeit schon einmal gegen ihre persönliche Überzeugung gehandelt zu haben. Ein gutes Drittel zweifelt zudem hin und wieder an der moralischen Integrität des eigenen Vorgesetzten. 6 % halten dessen Verhalten sogar für überwiegend problematisch.

Das ist insofern schlecht, als sich so gut wie alle Befragten einig sind, dass Führungskräfte Vorbilder sein müssen. Mehr als 70 % glauben auch, diesem Anspruch selbst gerecht zu werden. Der Blick auf die Kollegen ist dagegen weniger wohlwollend: Hier attestierten 44 % ihren Mitstreitern in vergleichbaren Positionen, es mit der Verantwortung nicht ganz so ernst zu nehmen.

Fast 80 % der Befragten stehen voll hinter ihrem Unternehmen und seinen Werten – mit Ausnahme der CSR-Projekte. Das Engagement für soziale Zwecke oder mehr Umweltschutz halten sie nur teilweise für ernsthaft, ansonsten für reine Show. 4 % nehmen kein Blatt vor den Mund und prangern es als „Propaganda“ an.

Beim Einfluss des Unternehmensimage auf die Wahl des Arbeitgebers sind die Meinungen relativ gleichmäßig verteilt: Für ein Drittel spielte dies keine Rolle. Ein weiteres Drittel hat dagegen schon auf Moral und Ethik geachtet. Und für das restliche Drittel der Befragten war dieser Faktor immerhin „zum Teil“ wichtig.

Bei der Frage, ob sie vorbildliche Persönlichkeiten und besonders verantwortungsvolle Unternehmen kennen, mussten die meisten Führungskräfte passen. „Nein“ lautete die häufigste Antwort. Platz zwei ging an Altkanzler Helmut Schmidt vor Angela Merkel. Bei den Unternehmen waren die Robert Bosch GmbH und die dm drogeriemärkte die Meistgenannten.