Donnerstag, 21. März 2013

Social Talentmanagement

© Gerd Altmann/ pixelio.de

Privat über Facebook & Co. zu kommunizieren, gehört mittlerweile zum Leben dazu. Doch Informationsaustausch findet auch in Unternehmen statt. Warum also nicht das Facebook-Prinzip auch im Betrieb für „Social Talentmanagement“ nutzen?

Schließlich verfügt jeder Mitarbeiter über Wissen, Erfahrungen und Ressourcen. Davon könnten auch Kollegen profitieren – wenn sie denn davon erfahren würden. Hier hilft ein innerbetriebliches soziales Netzwerk, in dem sich Mitarbeiter vernetzen oder auf direktem Wege, z. B. in Diskussionsgruppen, mit Vorgesetzten und Kollegen austauschen.

Von den Vorzügen ist Rudolf Schuler von SilkRoad technology überzeugt: „Sind die Kommunikationswege im Job ähnlich intuitiv aufgebaut, wie es im privaten Umfeld der Fall ist, sind Interesse und Aktivität automatisch höher. Alle Beteiligten profitieren von einem regen Informationsaustausch“.

Doch die Realität sieht oft noch anders aus. So kennen sich die Mitarbeiter in großen Unternehmen untereinander meist gar nicht. Kommuniziert wird eingleisig – vom Chef zum Angestellten. Und HR-Systeme, etwa für die Weiterbildung, bilden ein in sich abgeschlossenes System.

„Hier ist ein radikales Umdenken nötig“, fordert Schuler. „Gute Mitarbeiter zu halten, ist angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel eine Frage des wirtschaftlichen Erfolgs. Auf ihre bevorzugten Verhaltensmuster einzugehen, ist dann die logische Konsequenz.“

Das geschieht z. B. beim „Sharedlearning“. Mitarbeiter vernetzen sich mit Kollegen, um Wissen und Meinungen auszutauschen. Es entstehen dynamische Informationsgruppen. Auf dieser Weise lässt sich Wissen effektiv aufbauen und die Belegschaft weiterentwickeln. Dabei wirkt der „Wettbewerb“ um das Feedback der Kollegen motivierend. Der Arbeitgeber kann High Potentials leichter identifizieren.

Darüber hinaus stellen Online-Netzwerke, die eine barrierefreie Kommunikation mit allen Führungsebenen ermöglichen, die Beschäftigten in den Mittelpunkt. Die Wertschätzung zahlt sich in einer höheren Mitarbeiterbindung aus. Sie stärkt zudem das Image des Unternehmens und damit die Arbeitgebermarke.