Mittwoch, 10. Juni 2015

Start-up-Unternehmen kämpfen um Fachkräfte

source: splitshire.com

Auch Start-up-Unternehmen bekommen den Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Eine deutschlandweite PwC-Befragung unter 270 Gründern ergab, dass fast drei Viertel von ihnen Schwierigkeiten bei der Mitarbeitersuche haben. Etwas besser ist es in Berlin, hier sehen aber dennoch rund 63 % Probleme bei der Rekrutierung von geeigneten Kandidaten. Ein Grund hierfür ist das enorme Anziehungspotenzial der Hauptstadt, gilt sie doch unter vielen jungen Arbeitskräften als kreativer Ort mit hoher Lebensqualität.

Geeignetes Personal finden die Unternehmen vor allem über private Kontakte und Empfehlungen (74 %) sowie in Stellenanzeigen in Online-Jobportalen (36 %), der Arbeitsagentur (33 %), Online-Netzwerken (26 %) oder Stellenanzeigen in Tageszeitungen (18%). Personalvermittler oder Headhunter sowie Zeitarbeitsfirmen kommen nur bei jeder zehnten Einstellung zum Zuge.
Einig sind sich die Befragten beim Stellenwert des Faktors Personal: Etwas mehr als ein Drittel gab an, dass dieses Thema höchste Priorität für den Unternehmenserfolg genießt. Erst dahinter folgt die Geschäftsidee mit Wachstumspotenzial (29 %) sowie eine klare Vision und Strategie (22 %). Dennoch gibt es kaum geeignete Strukturen für das Personalwesen. In 95 % der Start-ups kümmern sich die Geschäftsführer selbst um Auswahl und Rekrutierung neuer Kollegen.

Thomas Kieper von PwC empfiehlt vor diesem Hintergrund: „Jungunternehmer müssen bei der Mitarbeiterauswahl genauer hinschauen und ihre Personalprozesse professionalisieren.“ Die Quote der Fehlbesetzungen sei im Vergleich zu etablierten Unternehmen zu hoch, denn viele Start-up-Unternehmen würden bei der Personalauswahl zu sehr auf ihr Bauchgefühl hören.