Mittwoch, 30. Januar 2013

„Stressreport Deutschland 2012“

© Gerd Altmann/Shapes: AllSilhouettes.com/ pixelio.de

Stress lass nach! – Ein Hilferuf, der in deutschen Unternehmen wohl noch immer zu häufig ungehört verhallt.

Das legt der „Stressreport Deutschland 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nahe, für den 20.000 Beschäftigte befragt wurden. Danach sind psychische Belastungen in der Arbeitswelt nach wie vor weit verbreitet. Es herrschen Multitasking (58 %), starker Termin- und Leistungsdruck (52 %) sowie Monotonie (50 %). Zudem klagten 44 % der Befragten über häufige Störungen bei der Arbeit. Dabei wird quer durch alle Hierarchieebenen und Branchen gelitten.

Doch was kann die Belastungen mindern? Mindestens vier von fünf Teilnehmern fühlen sich von einem guten sozialen Klima am Arbeitsplatz gestützt: Man helfe sich gegenseitig, arbeite gut zusammen und es herrsche ein Gemeinschaftsgefühl. Begünstigt sei außerdem, wer seine Arbeit selbst planen und einteilen kann.

Das Fazit der BAuA lautet daher: Positiv herausfordernde Arbeit ist förderlich für Gesundheit, Wohlbefinden und mentale Fitness. Problematisch sind Tätigkeiten, die dauerhaft überfordern. Das zeigt sich z. B. bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern: Sie stehen an der Spitze, was die psychischen Belastungen angeht, haben aber trotzdem die wenigsten gesundheitlichen Beschwerden.

Richtig in Gang gesetzt wird die Abwärtsspirale dagegen durch fehlende Erholung. So gab jeder vierte Befragte an, er lasse seine gesetzlich vorgeschriebene Pause ausfallen.
Zusätzlich belasten die vielen Restrukturierungsprozesse in den Unternehmen die Gesundheit der Beschäftigten. Hier wünschen sich die Mitarbeiter eine bessere Begleitung durch das Management. Allerdings machen sie sich nicht mehr so viele wirtschaftliche Sorgen um ihren Betrieb und ihren Arbeitsplatz wie noch im Jahr 2006.

„Der Stressreport Deutschland 2012 zeigt, dass es keine Lösung von der Stange gibt“, sagt Isabel Rothe, Präsidentin der BAuA. „Hier gibt es zu viele Unterschiede zwischen Branchen und Berufen. Seine Daten decken jedoch Handlungsbedarf auf und geben uns wichtige Hinweise, wo Handlungsspielräume und Unterstützung bei der Arbeit gestärkt werden können.“

So sollten Arbeitsschützer in den Betrieben ihren Blick mehr auf psychische Belastungen richten, aber dabei nicht nur die Gefahren, sondern auch die gesundheitsförderlichen Aspekte berücksichtigen. Wen es interessiert, der kann die Details nachlesen unter www.baua.de/publikationen.