Studie zu Social Media Recruiting
Gemischte Gefühle: 63 % der Studenten und Berufsanfänger halten (noch) nichts davon, wenn Unternehmen auf privaten Social Networks aktiv sind.
Das ergab eine aktuelle Studie von Kienbaum Communications mit 1.155 Studenten, Absolventen und Young Professionals unterschiedlicher Fachrichtungen. Dabei sei herausgekommen, dass die Mehrheit es vorzieht, Berufliches nicht mit Privatem zu vermischen. Facebook, Twitter, StudiVZ & Co. seien daher momentan noch dem Privatleben vorbehalten. Die Job- und Arbeitgebersuche finde für die meisten woanders statt. Lediglich 8 % hätten angegeben, sich bereits anhand von privaten sozialen Netzwerken Information über einen geeigneten Arbeitsplatz beschafft zu haben.
„Da sind auch viele Ängste mit im Spiel“, glaubt Lisa Behrendt, Projektleiterin der Studie. „Die Studenten und Berufseinsteiger befürchten, dass die Personaler ein falsches Bild von ihnen bekommen könnten.“ So seien im Durchschnitt 30 % der Studienteilnehmer offen dafür, Fan oder Follower eines Unternehmens zu werden. 32 % scheuten dagegen diesen Schritt, weil sie den Zugriff auf ihr eigenes Profil fürchten. 13 % halte außerdem die Angst ab, die Firmen könnten nachverfolgen, für wen sie sich sonst noch so interessieren. 32,5 % der Naturwissenschaftler hätten die Möglichkeit sogar ganz für sich ausgeschlossen.
Trotzdem sieht die Studie für das Recruiting über Social Media Potenzial. So hätten 44,4 % der Wirtschaftswissenschaftler der Jobsuche über private soziale Netzwerke große Chancen attestiert. Auch könnten sich 36,9 % derjenigen, die privat bereits täglich soziale Netzwerke nutzen, vorstellen, in Zukunft Fan oder Follower eines Unternehmens zu werden. Den größten Vorteil sähen 20 % der Befragten darin, schneller mit Unternehmen und Personalverantwortlichen in Kontakt zu kommen. 18,6 % erwarteten, auf diesem Weg an aktuelle Unternehmensinformationen zu gelangen. Das Fazit der Projektleiterin: „Auch wenn private soziale Netzwerke bislang primär für private Zwecke, wie etwa zur Kontaktpflege, genutzt werden – Social Media Recruiting ist der Trend von morgen, den Personaler nicht verpassen sollten.“




