Mittwoch, 25. November 2015

Tarifliche Branchenmindestlöhne meist über 8,50 Euro

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Ein Großteil der tariflichen Branchenmindestlöhne liegt deutlich über dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn, sagt Dr. Reinhard Bispinck (Leiter des WSI-Tarifarchivs). Eine aktuelle Erhebung des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung bestätigt, dass sich die Zahlen in diesem Jahr positiv entwickelt haben.

Der seit Januar 2015 geltende Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro wird ergänzt durch eine Reihe von Branchenmindestlöhnen. Im Moment gibt es davon 19 an der Zahl – in 11 dieser Sparten beträgt die Mindestentlohnung schon heute über 10 Euro pro Stunde. Am meisten verdienen mit 15,29 Euro (West) Beschäftigte im Geld- und Wertdienst in Nordrhein-Westfalen. Die Mindestlöhne sind in 18 Branchen für allgemeinverbindlich erklärt worden und gelten deshalb für alle Beschäftigten in diesem Bereichen, unabhängig davon, ob deren Arbeitgeber tarifgebunden sind oder nicht.

Nur vier Branchen liegen unterhalb der Mindestlohn-Schwelle. Dort sind aber bereits Erhöhungen in 2016 und 2017 vereinbart. Das betrifft Arbeitnehmer in der Zeitarbeit (Ost), im Bereich Wäschereidienstleistungen im Objektkundenbereich (Ost inkl. Berlin), in der Textil- und Bekleidungsindustrie (Ost) und der Land- und Forstwirtschaft (Ost, West).