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Unternehmen sparen beim Datenschutz

4. Mai 2010

Sagt mir Unternehmen, wie haltet ihr es mit dem Datenschutz? Nicht wirklich gut, wie eine Studie ergab.  

Nach einer TNS-Emnid-Umfrage für die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sei Datenschutz nämlich in fast jedem zweiten deutschen Großunternehmen noch immer ein Randthema. Das mache sich vor allem anhand von fehlenden Zeit- und Personalressourcen der Datenschutzbeauftragten bemerkbar. Diesen mangele es außerdem oft an Informationen und Unterstützung der Geschäftsleitung. Das hätten laut Studie 230 Datenschutzbeauftragte der 1.000 größten deutschen Unternehmen angegeben. „Trotz der Datenskandale der vergangenen Monate nehmen viele Unternehmen den Datenschutz noch immer nicht ernst“, bemerkte Birthe Görtz, Datenschutzexpertin bei PwC.
 
Wie wenig Bedeutung Unternehmen dem Datenschutz zumessen, zeige sich daran, dass nur jedes fünfte einen Vollzeit-Datenschutzbeauftragten beschäftige. Sogar in Großunternehmen mit einer Belegschaft von mehr als 10.000 Mitarbeitern friste der Betreffende sein Dasein regelmäßig auf einer Halbtagsstelle. Dabei könne er zwar in einem Viertel der Großunternehmen auf sechs oder mehr Mitarbeiter zurückgreifen. In jedem fünften Betrieb sei er jedoch als Einzelkämpfer unterwegs. „Diese Unternehmen gehen ein erhebliches Risiko ein, denn das Bundesdatenschutzgesetz schreibt vor, dass die Geschäftsleitung den Datenschutzbeauftragten mit den erforderlichen Ressourcen ausstattet. Davon kann keine Rede sein, wenn ein einziger Datenschützer einen Betrieb mit mehreren tausend Mitarbeitern überwachen soll“, warnt Görtz.
 
Darüber hinaus habe jeder dritte Befragte das Gefühl, dass er bei schwer wiegenden Datenschutzverletzungen „nicht immer“ zeitnah informiert wird. Außerdem berichte der Datenschutzbeauftragte in jedem zweiten Unternehmen nur einmal im Jahr an Vorstand bzw. Geschäftsführung. Ein Viertel der Betriebe sehe sogar ganz von einer regelmäßigen Berichterstattung ab. Dementsprechend seien nur 56 % der befragten Datenschützer der Meinung, dass Datenschutz in ihrem Unternehmen einen hohen bzw. sehr hohen Stellenwert genießt. Fast jeder zehnte habe dagegen angeben, dass Mitarbeiter und Führungskräfte den Bereich als eher unwichtig ansehen.
 
Damit korrespondiert die Einschätzung der Befragten, dass Ursache für 73 % der Datenschutzverletzungen die Unachtsamkeit der Beschäftigten sei und in 63 % der Fälle Unwissenheit eine Rolle spiele. Grund hierfür könnte sein, dass laut Studie viele Unternehmen ihre Belegschaft nur formal im Datenschutz unterweisen und sich im Übrigen auf Betriebsvereinbarungen oder Richtlinien beschränken. Gerade einmal jeder zwanzigste Betrieb spreche das Thema direkt mit Broschüren, Newslettern oder im Intranet an. Auch gebe es nur in jedem vierten Unternehmen regelmäßige Schulungen. Jeder dritte Betrieb schicke seine Mitarbeiter nur einmalig zu einem Lehrgang. 15 % hielten selbst das für überflüssig.
 

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