Freitag, 9. August 2013

Unternehmen vermissen elementare Fähigkeiten bei Azubis

(c) pauline / pixelio.de

Derzeit sind laut Bundesagentur für Arbeit bundesweit 146.000 Lehrstellen unbesetzt und 200.000 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Gleichzeitig prognostiziert aber DIHK-Präsident Eric Schweitzer, dass bis zum Jahresende 70.000 Lehrstellen vakant bleiben werden. Wie passt das zusammen?

Die Familienunternehmen, die immerhin 80 % der Ausbildungsplätze in Deutschland stellen, monieren die schlechte Vorbildung der Jugendlichen. Hauptprobleme sehen sie in den Bereichen Mathe, Ausdruck  und Sozialkompetenz. Das führt dazu, dass 58 % von ihnen erhebliche Probleme haben geeignete Azubis zu finden. Lencke Wischhusen, Bundesvorsitzende der Vereinigung DIE JUNGEN UNTERNEHMER, erhofft sich daher mehr Impulse von der Bildungspolitik: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Lehrinhalte in den Schulen auch an den aktuellen Anforderungen in den Unternehmen orientieren. Dazu gehört auch, dass mehr Wirtschaftsthemen in die Schulbücher und Lehrpläne gehören.“ Immerhin ziehen 41 % der Familienunternehmen Konsequenzen und bieten leistungsschwachen Lehrlingen Nachhilfe für die Berufsschule an. Ein richtiger Weg, findet Markus Kiss, Referatsleiter Ausbildungspolitik beim DIHK. Denn Soft Skills seien weit wichtiger als Mathe- oder Deutschnoten, bei fachlichen Defiziten könne man nachhelfen.

Um aber überhaupt an geeignete und aussichtsreiche Kandidaten zu kommen, begibt sich laut DIHK rund 60 % der gesamten Unternehmerschaft ins Internet. Auch ist die Präsenz in sozialen Netzwerken deutlich größer geworden. Darüber hinaus veranstalten immer mehr Betriebe einen Tag der offenen Tür und gehen Kooperationen mit Schulen ein, sie bieten berufsorientierende Praktika an und veranstalten Azubi-Speed-Datings.