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Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

3. Mai 2010

Wie bekomme ich Pflege und Beruf unter einen Hut? Eine Frage, die sich nicht nur Arbeitnehmer stellen müssen.  

Auch die Unternehmen stehen vor der Herausforderung, künftig die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben sicherzustellen. Darauf weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hin. Prognosen zufolge werde die Zahl der Pflegebedürftigen allein in den kommenden zehn Jahren von ca. 2 auf 3 Millionen steigen. Damit erhöhe sich zwingend auch die Anzahl der Mitarbeiter, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern müssen.
 
Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels könnten Betriebe aber nicht längere Zeit auf wichtige Beschäftigte verzichten. Also gelte es, zu handeln, so der DIHK. Hierbei seien gesetzliche Vorschriften, die die Beteiligten zu einem bestimmten Verhalten zwingen oder eine einzelne Gruppe einseitig in die Pflicht nehmen, nicht hilfreich. Vielmehr ignorierten sie die Zusammenhänge und wälzten die Kosten des demografischen Wandels auf wenige Akteure ab. Nach Ansicht des DIHK leide darunter die Motivation der Beteiligten, individuelle Lösungen zu finden. Dabei seien bereits heute 35 % der Betriebe kreativ geworden und hätten flexible Arbeitszeitlösungen für ihre pflegenden Mitarbeiter gefunden, die über die gesetzlichen Maßgaben hinausgehen.
 
Der DIHK sieht weitere Möglichkeiten darin, dass Arbeitgeber betroffene Arbeitnehmer bei der Suche nach Informationen oder finanziell mit einem Pflegedienst unterstützen. Wichtig sei, diese Ansatzpunkte bekannt zu machen. Deshalb plane man einen „Aktionsplan Pflege“:
 
> Zusammen mit den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie den Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“ will der DIHK Best-Practice-Beispiele von Unternehmen sammeln, systematisieren und verbreiten.
 
> Die IHKs sollen Fachveranstaltungen anbieten, in denen die Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten der Betriebe sowie die Pflegeinfrastruktur vor Ort vorgestellt werden.
 
> Auch für die pflegenden Beschäftigten sind Informationsangebote über rechtliche Rahmenbedingungen, organisatorische Hilfen etc. vorgesehen.
 
> Geplant sei außerdem, gemeinsam mit dem Familienministerium ein praxisnahes Checkheft mit möglichst vielen Unternehmensbeispielen zu erstellen.
 
Der DIHK betont jedoch, dass auch die Politik gefordert sei, gute Rahmenbedingungen für das Engagement der Beteiligten zu schaffen. Vor allem müsse es ein flexibles und vielfältiges Angebot an ambulanter Pflege geben.

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