Mittwoch, 14. März 2012

Voll im Trend: Duale Studiengänge

© PIXELIO/Sebastian Bernhard

Kluge Köpfe braucht das Land – und kluge Unternehmen finden diese mehr und mehr über duale Studiengänge.

Das meldet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) als Ergebnis einer seiner aktuellen Studien. So verfügten bereits 38 % der Betriebe über Erfahrungen mit dieser Kombination aus Hochschulstudium und beruflicher Ausbildung. Und der Trend greife um sich: Weitere 23 % erhofften sich, in Zukunft über ein duales Studium ihren Nachwuchs zu rekrutieren. Kein Wunder, stellt diese Ausbildungsform doch für beide Seiten eine Win-win-Situation dar: Die Studierenden erhalten nicht nur einen Hochschulabschluss, sondern im besten Fall gleichzeitig noch einen IHK-Ausbildungsabschluss – und das in relativ kurzer Zeit mit einem festen Gehalt(!). Dabei wenden sie ihr theoretisches Fachwissen sofort in der Praxis an. Das wiederum kommt den Unternehmen zugute. Sie müssen nicht mehr mit Theorie überfrachtete Absolventen – bei vollem Gehalt – mühsam an die Praxis gewöhnen. Durch den Gleichklang von Theorie und Praxis erhalten sie frühzeitig Zugriff auf junge Talente, die am Ende der Ausbildung nicht nur qualifizierte Fachkräfte sind, sondern auch mit der Praxis im Unternehmen bestens vertraut. Das ist Mitarbeiterbindung von der Pike auf – ohne die Katze im Sack kaufen zu müssen.

 

Laut der DIHK-Studie setzen vor allem mittelständische Unternehmen auf diese Studiengänge, um auf diese Weise Großunternehmen im Kampf um den besten Nachwuchs zuvorzukommen. Aber auch in strukturschwachen Regionen sei ein solches Ausbildungsangebot eine gute Möglichkeit, um junge Talente anzulocken. Doch trotz aller Euphorie gebe es auch Kritik. 36 % der befragten Unternehmen hätten über Probleme bei der praktischen Umsetzung geklagt. Es fehle etwa an Informationen und Ansprechpartnern bei den Hochschulen. Zudem variiere das verfügbare Angebot je nach Region. Und für Fachkräfte, die bereits einen Ausbildungsabschluss besitzen, finde sich oft gar kein passendes Modell. Darüber hinaus könnten die Studienzeiten z. T. flexibler sein. Insgesamt sei also noch Luft nach oben, was Angebot und Umsetzung anbelangt, so das Fazit des DIHK. Die IHKs unterstützten daher die Unternehmen und Hochschulen dabei, die Studiengänge weiter zu entwickeln und das Erfolgsmodell auszubauen.