Montag, 23. Oktober 2017

Was erwarten Bewerber vom Vorstellungsgespräch?

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Zwar halten rund 82 % der Kandidaten ein Vorstellungsgespräch grundsätzlich für wichtig und glauben so auch herauszufinden, ob die Stelle wirklich zu ihnen passt. Der Teufel liegt aber im Detail des Bewerbungsprozesses, wo noch nicht alles den Erwartungen der Aspiranten entspricht. Die Studie „Vorstellungsgespräche aus Bewerbersicht“ von softgarden e-recruiting gibt Auskunft darüber, wo es noch hakt und worauf es wirklich ankommt. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

  • Mehr als die Hälfte der Befragten 1.186 Teilnehmer gab etwa an, dass der Gesamtprozess der Bewerbung nicht länger als ein bis zwei Wochen dauern darf. Exakt 14,3 % ist aber auch das noch zu lang. Sie wünschen sich, dass maximal eine Woche zwischen schriftlicher Bewerbung und Einladung zum ersten Vorstellungsgespräch vergeht. Immerhin ein knappes Drittel hält einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen noch für vertretbar. Diese Erwartungen bilden laut Studie die Realität nicht ansatzweise ab. Regelmäßig dauern die Rückmeldungen deutlich länger als zwei Wochen. So verlieren Arbeitgeber potenzielle Kandidaten schon im Bewerbungsverfahren.
  • Leider ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Bewerber zunächst der Personal-, dann der Fach- und schließlich wieder der Personalabteilung stellen müssen. Dabei sind knapp 80 % der Studienteilnehmer der Meinung, dass ein bzw. maximal zwei Bewerbungsgespräche angemessen sind. Lediglich 13,3 % halten drei Runden für akzeptabel.
  • Ein gutes Vorstellungsgespräch sollte nach Ansicht von deutlich über zwei Drittel der Befragten etwa eine Stunde dauern. Jeder Fünfte meint, eine halbe Stunde ist bereits ausreichend. Zwei Stunden oder länger hält nur jeder Zehnte für erforderlich.
  • Spannend sind auch die Aussagen zu den gewünschten Gesprächspartnern: 80,7 % halten es für unabdingbar, mit dem zukünftigen Vorgesetzten zu sprechen. Ein knappes Drittel will unbedingt auch mit einem Vertreter der Personalabteilung sprechen und jeder Fünfte in jedem Fall mit einem künftigen Kollegen.
  • Am meisten Wert bei den Vorstellungsgesprächen legen die Kandidaten auf eine angenehmer Atmosphäre und Freundlichkeit der Interviewpartner (79,4 %). Auf Platz zwei und drei (jeweils gut 72 %) folgen ein hoher Informationswert für den Bewerber und ein Gespräch auf Augenhöhe. Nicht minder wichtig ist den Befragten aber auch eine gute Vorbereitung der Gesprächspartner. Dazu gehört, dass die Unternehmensvertreter wissen, was in den Bewerbungsunterlagen steht und wer vor ihnen sitzt. Schließlich erwähnen etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer eine weitere Selbstverständlichkeit: Sie wünschen sich einen reibungslosen Ablauf und meinen damit insbesondere die Pünktlichkeit der Beteiligten.
  • Inhaltlich erwarten die Bewerber Informationen darüber, wie im Unternehmen konkret die Tätigkeit aussehen soll und was die einzelnen Anforderungen an die zu besetzende Stelle sind bzw. ob die eigenen Qualifikationen hierzu passen. Zudem wollen die Kandidaten wissen, welche Entwicklungsmöglichkeiten langfristig mit der Stelle verbunden sind und mit welchen Kollegen zusammengearbeitet wird. Letztlich sollten sich Arbeitgeber bereits Gedanken zum Gehalt gemacht haben und dies offen kommunizieren.

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