Montag, 14. Mai 2012

Wechselfreudige Arbeitnehmer

© PIXELIO/Dieter Schütz

Offen für Neues – das gilt bei Deutschlands Arbeitnehmern auch hinsichtlich Karrierechancen bei fremden Arbeitgebern, die ihnen so mehr oder weniger zufällig über den Weg laufen.

Das hat das Karrierenetzwerk Xing bei einem Blick auf die Profile seiner Mitglieder festgestellt. So hätten ca. 21 % angegeben, durchaus „offen für Karrierechancen“ zu sein. Ergo suchten sie aktiv oder zumindest latent nach neuen Herausforderungen. Aufpassen müssten besonders kleinere Betriebe. Während sich in Konzernen mit mehr als 10.000 Beschäftigten die Wechselwilligkeit in Grenzen halte, hegten in kleineren Unternehmen deutlich mehr Arbeitnehmer Abwanderungsgedanken. Und ganz schlecht sehe es aus, wenn die Firma zudem noch in den neuen Bundesländern angesiedelt ist. So lägen die fünf Städte mit den wechselwilligsten Arbeitnehmern ausnahmslos im Osten, nämlich Leipzig, Potsdam, Rostock, Magdeburg und Halle (Saale). Hier könnten sich sogar satte 30 % vorstellen, an neuen Ufern ihr Arbeitsglück zu suchen. Doch bevor sich der Westen zu früh freut: Mehr als jeder vierte Arbeitnehmer in Recklingshausen, Augsburg und Osnabrück sei ebenfalls nicht abgeneigt, den Karriereweg woanders fortzusetzen. Mehr Treue legten die Beschäftigten dagegen in Frankfurt (Main), Bonn, Darmstadt, Stuttgart und Düsseldorf an den Tag. Hier liebäugelten lediglich 20 % mit neuen Herausforderungen unter fremden Firmendächern.

Aber es komme auch auf die Branche an. Fast jeder Dritte im Gesundheitswesen, im Hotel-, Restaurant- und Gaststättengewerbe sowie im Handel würde seine Karriere auch woanders fortsetzen. Im Consulting, bei Finanzdienstleistungen und in der IT- und Telekommunikationsbranche zeige dagegen nur jeder Fünfte solche Neigungen. Interessant ist, dass gerade die Frauen – denen man ja landläufig eher geringere Karriereambitionen nachsagt – sowohl im Gesundheitswesen als auch im Consulting signifikant stärker an neuen Karrierechancen interessiert seien als ihre männlichen Kollegen. Die wechselfreudigen Männer fänden sich dafür in der Logistik, dem Bauwesen und der Technikbranche. Und aufgepasst Arbeitgeber in Kassel und Rüsselsheim. Erstere – haltet euere Frauen (natürlich nur arbeitstechnisch) fest, und Letztere euere Männer. Denn in beiden Fällen liege die Wechselmotivation um ein knappes Drittel höher als sonst.